Der erste Reisetag – endlich unterwegs

Im Schiffsbauch bin ich nicht ganz allein, aber fast.

Die letzten beiden Tage zu Hause waren ätzend. Eigentlich (schon wieder dieses Wort . . ) waren schon am Samstag alle Reisevorbereitungen getroffen. Heute ist Dienstag!!

Die letzten kleinen Dinge waren am Sonntag schnell erledigt. Blieb nur noch Auto wiegen. Das geht nicht am Wochenende. Aber was soll’s. Ich wollte für die Überfahrt von Calais nach Dover nicht so viel bezahlen und habe den preiswertesten Tag gewählt. Dennoch sind es inclusive ADAC-Rabatt immer noch 111,– € gewesen. Hatte gedacht, dass ich auch mal den Tunnel ausprobieren könnte, von Calais nach Folkstone. Aber das ist für mich nicht attraktiv. Man soll in einer ½ Stunde den Kanal gequert haben und somit gut doppelt so schnell wie mit dem Schiff sein. Allerdings hätte ich ca. 270,– € dafür bezahlen müssen. Das ist mir zu viel und sooooo eilig habe ich es dann doch nicht, um den Betrag hinzunehmen.

Das schon mehrfach erlebte und auch diesmal befürchtete Verkehrschaos um Antwerpen herum ist erstaunlicher Weise ausgeblieben. Vielleich doch nicht so ganz erstaunlich. Sie haben den Autobahnring stark ausgebaut und der größte Teil der Baustellen ist beendet. Dafür hat es mich im Ruhrgebiet „erwischt“. Auf der Strecke A2 / A3 habe ich bestimmt eine ½ Stunde verloren. Baustelle! Danach immer mal wieder zäher oder auch stockender Verkehr . . . wg. irgendwelcher Baustellen, nicht nur Brückenarbeiten. Tausende LKW auf zwei von drei Spuren.

Interessant, dass es in den Niederlanden, Belgien und Frankreich sofort anders aussieht. Dort hat man offensichtlich rechtzeitig vorausschauende Verkehrsplanung betrieben und die Straßen reichen für die heutige Verkehrsmenge aus. Entspannt unterwegs sein ist angesagt. In irgendeinem Interview, das ich mal im TV gesehen habe, hat ein LKW Fahrer gesagt, dass in Deutschland viele Verkehrsteilnehmer mit einem Messer zwischen den Zähnen unterwegs sind. Sowas bleibt hängen. Ich gebe ihm Recht. So richtig fällt es mir erst wieder auf, wenn ich außerhalb der BRD unterwegs bin.

Seehunde im Hafen von Calais. Das hätte ich nicht gedacht, dass die Tiere bei diesem starken Schiffsverkehr hier überhaupt leben können.

Die Fahrt von Dover nach London verläuft nicht ganz reibungslos. Ich glaube dem Navi und biege „an der zweiten Einmündung“ ab. Bedauerlicherweise hinkte es allerdings hinter dem aktuellen Standort her. An der zweiten Einmündung war ich schon lang‘ vorbei! Also irgendwo wenden. Ausgenommen dieses Kleinstereignises bin ich gut am Wohnsitz meines Sohnes gelandet. Da Parken dort leider ein Riesenproblem ist, musste es recht schnell gehen. „Schön,-dass-du-da-bist“ – Umarmung – Werkzeug und Material ausladen – Kuß – und schon wieder weg! Hektik, gleich zu Beginn. Wo soll das noch hinführen?

Gott sei Dank ist diesmal der Blackwell Tunnel geöffnet! Ich kann durchfahren und komme zwar nicht schnell (Berufsverkehr in London) aber ohne Probleme nach Abbey Wood zum Campingplatz. Dort bekomme ich den letzten freien Platz. Gut, dass ich schon vor Wochen reserviert habe. Es ist zwar noch früh, aber ich bin „kaputt wie Hund“, bleibe am Campingplatz und krieche früh ins Bett.

Wetter heute: Sonne/Wolken, trocken, 17 Grad

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