
Die Holzspulen konnten wir uns nicht ansehen. Und daran waren wir auch noch selber schuld!

Der Tag ist für Peter Rabbit, Benjamin Bunny, Jemima Puddel-Duck und deren Freunde vorgesehen. Wir haben einen Parkplatz bei Hill Top gebucht, um das Haus zu besichtigen, in dem Beatrix Potter eine Zeitlang gelebt und viele Ihrer Bücher geschrieben und gezeichnet hat. Der Parkplatz ist so klein, dass man für die Zeit, in der man hier sein möchte, im Vorhinein per Internet einen Parkplatz buchen muss. Andere Parkflächen stehen in diesem urprünglichen Dorf nicht zur Verfügung. Enge Gassen, Mauern. Wer hier lebt, hat ein Grundstück (mit Mauern drum) und keine Parkplatzsorgen.


Unser Zeitfenster liegt früh am Vormittag, man hat gerade geöffnet. Der Parkplatz ist noch leer. Aber während wir im Haus herumstreifen wird es immer voller. Das Haus ist klein. Mein Gott, wo kommen die Leute alle her, der Parkplatz ist doch gar nicht so groß. Stimmt, aber das Haus ist noch kleiner.


Im Vorfeld hatte ich Befürchtungen, dass wir überhaupt auf den Parkplatz gelassen werden. Auf der Buchungsseite war ausdrücklich betont, dass Wohnmobile abgewiesen werden, weil der Parkplatz so klein ist. Wir sind zwar kürzer und schmaler als ein Rover Defender 130, aber der sieht nicht wie ein Wohnmobil aus, sondern wie ein PKW. Wir sind leider schon gelegentlich eines Parkplatzes verwiesen worden, weil wir nach Wohnmobil aussehen. Die tatsächliche Größe hat in diesen Fällen keine Rolle gespielt.
Da das Haus klein ist und die Ausstellung sich ausschließlich auf das kleine Haus beschränkt gibt es auch weniger zu sehen als ich mir so vorgestellt hatte. Wir sind also recht früh fertig mit der Dame, obwohl wir im Haus recht lange mit einem Mitarbeiter des Trust über die Einkünfte der Familie und ihre Eltern geplauscht haben.
Wir entscheiden uns Scott Park Bobbin Mill zu besichtigen, in dem Spulen für die Garnindustrie hergestellt wurden, und fahren eine enge, steile, gewundene und leider auch schlechte Straße den See entlang. Leider nur um festzustellen, dass der Betrieb geschlossen hat. Er macht nur einen Tag im Monat auf. Und der ist nicht heute. Wenn ich richtig gelesen hätte. . . . . Sch . . . . Schade. Aber was soll’s, wir haben Zeit und wollen zurück nach Keswick zum Derwent Pencil Museum.
Als wir das Navigationsgerät damit beauftragen, uns eine Route vorzuschlagen, sind wir etwas erschrocken. Ohne uns darüber recht bewußt geworden zu sein, sind wir ziemlich weit in den Süden gefahren und müssen jetzt eine Stunde zurück nach Keswick fahren. Upps. Aber haben wir eine Wahl?
Die Route führt uns an einem National Trust Anwesen vorbei, das wir nicht auf dem Schirm hatten, Fell Foot. Sehen, entscheiden, parken und spazieren gehen. Es ist ein schönes Kleinod zu Beginn des Sees Windermere, eine alte Bootsanlage die schon früh zu viktorianischen Zeiten als Ausflugstützpunkt und Anleger für Ausflugsschiffe gedient hat.
Auch hier machen sich die englischen Osterferien und die Lakes als beliebtes Ferienziel bemerkbar. Es weht zwar ein kalter Wind, die Sonne scheint aber und überall auf der Wiese sitzen Menschen mit nackten Beinen, essen Eis (wir haben ca. 10 Grad!!).

In Keswick müssen wir natürlich dafür zahlen, dass wir hier parken wollen, wie überall in England. Aber es ist diesmal moderat Zwei Stunden für 2,50 GBP. Die zwei Stunden verbringen wir die ganze Zeit in einem Museum, das den Bleistift zum Ausstellungsgegenstand erkoren hat. Das die Sache soo spannend und interessant sein kann, hätte ich zuvor nicht gedacht. Zudem gibt es einen Ansporn etwas zu gewinnen. Jeder Besucher bekommt einen Fragebogen und kann die beantworteten Fragen am Ende der Tour an der Rezeption abgeben. Da wir ohnehin zu denen gehören, die sich alles durchlesen, machen wir mit und gewinnen zwei Stifte der Firma Derwent.

Gestern sind wir schon kurz in Keswick unterwegs gewesen, allerdings waren in der Stadt irgendwelche Stände aufgebaut und haben die Sicht versperrt. Jetzt zahlen wir erst einmal Parkgebühren nach und gehen noch einmal in die Stadt. Durch Ambleside sind wir nur hindurchgeschlichen, aber es ist etwas schöner als Keswick. Obwohl ich den Eindruck habe, dass es hier in Keswick mehr Restaurants und vor allem Outdoorgeschäfte gibt. Wer hier irgendetwas für Wassersport, Wandern oder Klettern benötigt und nicht findet, ist, glaube ich, selber schuld.

