Minehead – Glastonbury – Cheddar

In der Glastonbury Abbey befindet sich das Grab von König Artus – sagten schon die Mönche im 11./12. Jhd.

Wie man geschäftstüchtig mit der Artus Legende im Mittelalter und jetzt Geld verdienen kann.

Keine Sonne, aber auch kein Regen. Den ganzen lieben, schönen Tag nicht. So kann es bleiben.

Wir fahren über kleine Straßen der 3. oder 4. Ordnung von Minehead nach Glastonbury. Soll heißen: in der Regel haben die Straßen zwei Spuren für Richtung und Gegenrichtung. Nicht immer, aber meistens. Aber sie sind kurvig, manchmal unübersichtlich und führen i.d.R. mitten durch die Orte. Der Vorteil: Man (Frau auch!!) sieht was. Wesentliches Kennzeichen dieser Straßen: Sie haben eine Nummer, z.B.  B3224. Hat eine Straße keine Nummer wird’s wirklich spannend. Wir fahren über 1 1/2 Stunden nach Glastonbury und haben schon Bange, dass die Märkte zu sind. U.a. soll es einen Farmer Market geben. Wir sind gespannt.

Auf den Farmermarket wird sogar auf Plakaten in Glanstonbury hingewiesen –> Assembly Room Market, haben wir nur nicht sofort als solchen erkannt:

grünes Schild links im Bild

Der Parkplatz, den wir uns ausgesucht haben, ist voll bzw. mindestens zur Hälfte gesperrt. Markt! Ärgerlich, aber vielversprechend. Wir fahren in einem Riesenbogen aus der Stadt raus und an anderer Stelle wieder rein und finden einen noch nicht einmal engen Parkplatz. Der Fußweg in die Stadt ist auch nicht weit. Jetzt sehen wir den Markt genauer . . . irgendwie nicht wie erwartet. Ein Teil ist Wochenmarkt, mit Gemüse und Backwaren. Wir kaufen ein Brot. Ein anderer Teil hat allerlei . . . ja komische Sachen. Bekleidung und Räucherwaren aus Indien, in Stein nachempfundene Mutter/Frau Symbole, die an Steinzeit erinnern, Schalen, die irgendeine Bedeutung haben. Hmmm.

Glastonbury Mitte, mit ein ganz klein bischen Markt

Es soll noch weitere Märkte heute in der Stadt geben. Immer Dienstags! Einer ist im Versammlungsraum der Stadthalle, der Farmer Markt. Aber auch dort sind wir . . . etwas überrascht. Lebensmittel oder lokale Speisen oder dergleichen suchen wir vergebens. Hier ist in der Region hergestellt Kunst ausgestellt, Handarbeitsprodukte sind ausgelegt, ein verdächtig hoher Anteil zeigt Hanff-oder Drachen-Motive. ????

Irgendwann macht es > K L I C K < ! Was stand im Reiseführer?! „In Glastonbury wird wird allerlei Esotherisches angeboten.“ Stimmt!!

Ein Stadtbummel und Blick in die Geschäfte bestätigt die Aussage, aber auch viele Menschen aller Altersstufen machen einen verklärt, esotherisch, mystischen Eindruck. Wir sind in einer anderen Welt. Magnetische Kupferarmbänder mit Heilwirkung, Tarrotkarten, Waldgeisterbeschwörungsbilder, Feenfiguren. Ich bin mit der Scene nicht vertraut, aber Umfang und Vielfalt des Angebotes lassen vermuten, dass es hier alles zu kaufen gibt, was in der Scene gefragt ist. Irre.

Unsere anfängliche Enttäuschung über die nicht vorhandenen lokalen Wochenmärkte wird schnell von diesem bunten Bild verdrängt.

Dieses kleine Schild finden wir an einem Zaun. Wir wissen nicht so recht ob wir schmunzeln oder die Köpfe schütteln sollen. Es gibt im Übrigen tatsächlich mehr Hunde, bzw. Hundehalter im UK als in der BRD. Haben wir mal per Google recherchiert und unseren Eindruck dadurch bestätigt. 

Eingang zur Ladys Chapel

Glastonbury ohne Abbey geht nicht. Also investieren wir 27 GBP Eintritt (für zwei Personen, schon fast ein Schnapper!) und entern das Gelände. Wir sind es gar nicht mehr gewohnt so hohe Eintrittspreise berappen zu müssen, aber es hilft nicht, die Ruine wird nicht vom National Trust verwaltet. Wir machen eine Führung mit, trotz der zu erwartenden sprachlichen Verständigungsprobleme. Sie treten dann auch tatsächlich ein. Aber was wir verstehen ist ausreichend. Allein die Vorführung von Alysha ist fantastisch vergnüglich. Sie ist ehemalige Lehrerin und hat sichtlich Vergnügen daran uns zu foppen und mit einem Augenzwinkern von der Geschichte der Abtei zu erzählen. Am schönsten ist der Teil in dem sie von den geschäftstüchtigen Mönchen berichtet, die in im 11. Jhd. in einem Grab einen großen Man finden, ihn als König Artus identifizieren und ihn in die Abteikirche verlegen, in ein Grab aus schwarzem Marmor, Werbung dafür machen und nicht schlecht an den Pilgern verdienen, die zu ihnen kommen und (ganz nebenbei, versteht sich!) für die Abtei spenden – offensichtlich nicht gerade wenig.

Mit der Sage über Artus und dem mythischen Drumrum macht man ja offensichtlich heute noch gute Geschäfte in Glastonbury. Glastonbury soll auch das sagenumwobene Avalon sein (eigentlich eine Insel in der Sage aber in dieser Scene ist Wahrheit nicht gefragt, eher Wahrhaftigkeit).

Der Ausflug nach Glastonbury ist für uns nochmal der Anlass, uns am Abend mit der Legende auseinander zu setzen und unsere Kenntnisse etwas aufzufrischen. 

Nach Glastonbury fahren wir weiter nach Cheddar (der Ort, wo der gleichnamige Käse herkommt). Wir sind früh am Ziel und der Campingplatz liegt zwar am Rande des Ortes, allerdings so nahe am Zentrum, dass wir bequem reinlaufen können.

Ausser dem Touristenmagneten Cheddar Gorge, einer Schlucht mit einem Höhlensystem, hat Cheddar (neben dem Käse) nicht viel zu bieten, ist eigentlich sogar unansehnlich. Leider hat die einzige Käserei des Ortes geschlossen, wir können die Produktion nicht besichtigen, man baut um. Aber im Käsereishop können wir uns durch die Produktionspalette probieren und natürlich auch was kaufen. Wir waren vor Jahren schon mal hier und haben den Käse gut in Erinnerung. Wir werden ihn genießen, während der restlichen Reise, aber auch noch zu Hause.

Zum Dinner verspeisen wir die Würste aus einer Metzgerei aus Glastonbury und sind begeistert. Davon hätten wir ruhig mehr mitnehmen können . . . .

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