Waltrop – Bornhöved

Das Ziel des Tages ist der Onkel, bzw. ein Nachmittag und ein Abend mit ihm.

Wir starten bequem kurz nach 09:00 Uhr. Frisch gewaschen, gefrühstückt und gekämmt geht es über die Strecke A1 / A21 nach Bornhöved. Es ist Sonntag. Viel Verkehr erwarten wir nicht. LKW dürften nicht unterwegs sein.

Dass wir im Bereich Bremen, Weserbrücke, etwas Stau haben würden, hatten wir erwartet. Aber insgesamt ist der Verkehr dichter, als gedacht. Mein Gott, es ist doch Sonntag. Aber es sind viele, wie wir ja schließlich auch, in Richtung Urlaub unterwegs. Dachboxen, Fahrräder, Wohnwagen, Wohnmobile, vollgestopfte Kofferräume. Kein Zweifel. Hoffentlich fahren sie nicht alle dorthin, wohin wir wollen.

Diese Fahrt haben wir so schlecht und vor allem spät vorbereitet wie keine andere. Wir haben erst am Samstag die Fähren gebucht. Prompt waren natürlich unsere Wunschzeiten nicht mehr verfügbar. Anstelle um 10:40 Uhr werden wir daher morgen früh schon um 06:00 Uhr mit der Fähre von Puttgarden nach Dänemark fahren. Darüber hinaus konnten wir offensichtlich nicht lesen. Bei unseren last minute Vorbereitungen haben wir auf der Seite der Öresundlinjen eine Verbindung von Puttgarden nach Helsingborg gefunden, Fahrdauer ca. 3,5 Stunden. Oh super! Die nehmen wir. Erst am Samstag, als ich diese tolle Fähre buchen wollte, wurde mir klar, da stimmt doch was nicht. Wie kann ein Schiff die über 200 km lange Strecke zwischen Puttgarden und Helsingborg in so kurzer Zeit bewältigen? Das sind doch keine Raketen! Ein Auto braucht für die Strecke in Dänemark (von Rødby bis Helsingør) etwas mehr als zwei Stunden. Natürlich war das keine durchgehende Fährverbindung, sondern ein Kombiticket für die beiden Strecken Puttgarden -> Rødby und Helsingør -> Helsingborg. Dieses . . . ähmmm . . . Missverständnis ist das beste Beispiel für die schlechte Vorbereitung dieser Fahrt.

Es gibt aber eine Teilentschuldigung. Ich hatte es leider mit dem Rücken, konnte mich nicht bewegen. Ich war mir nicht sicher, ob wir überhaupt fahren können. Daher haben wir zwar die Reise geplant, Strecke, was wollen wir sehen, aber nichts gebucht und dies erst auf den letzten Drücker vorgenommen. Erst zwei / drei Tage vor der Abreise stand fest, dass ich es wagen kann. Aber dennoch . . .

Das Tagesziel haben wir recht früh erreicht. Noch vor 15:00 konnten wir den Onkel besuchen. Wir werden immer älter, er auch. Aber bei ihm fällt es mir stärker auf. Für seine 92 Jahre ist er aber noch recht gut drauf und aktiv. Den Abend haben wir in einem griechischen Lokal im Nachbarort verbracht und waren anschließend noch in der örtlichen Eisdiele. Natürlich hat die Vergangenheit ein große Rolle gespielt.

Auf Grund des Plans für den morgigen Tag (siehe oben) sind wir dann auch früh in die Federn gekrochen. . . . Hört sich umsichtig an, vernünftig. Kann man doch so nachvollziehen.

Vielleicht sind wir aber auch einfach nur älter geworden und kriegen es nicht mehr hin, lange Abende zu zechen und am nächsten Tag früh aufzustehen. Hmm?? Könnte das nicht auch sein?

Neee. Das geht ja gar nicht. Wir sind zwar älter geworden, aber damit auch nicht mehr so leichtsinnig und, ja, umsichtiger! . . . Soo gefällt mir das am Besten!

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