
Wir wachen im Sonnenschein auf. Herrliches Wetter.
Um 07:00 klingelt der Wecker (sagt man so, aber es ist das Smartphone, das ganz unromantisch piept). Das Sanitärhaus dieses kleinen Campingplatzes ist super sauber. Heike duscht sich, ich hab’s gestern Abend ‚erledigt‘, die kleine Küche nutzen wir zum Spülen. Wir schaffen es pünktlich um kurz vor neun zu starten und den Schlüssel, mit einem Riesending von Metalplatte als Schlüsselanhänger gesichert, zurück zum ICA zu bringen.
Danach ist alles easy. Unsere Strecke hat überhaupt keinen Verkehr, na ja, ein paar Fahrzeuge sehen wir schon.

Auf einem Stückchen Autobahn dürfen wir mit 110 km/h dahinrasen, ansonsten sind 40 bis 90 km/h erlaubt. Wir kommen schnell und gut voran. Es ist immer wieder schön in Schweden Auto zu fahren. Die Menschen sind entspannt, nicht aggressiv oder hektisch. Wenn ich in einem 90er Abschnitt 90 fahre werde ich nicht überholt. Auch bei 80 oder 85 km/h gibt es keinen hektischen Überholvorgang mit Kopfschütteln oder gar Stinkefinger. Na ja, die Verhaltensweise der Autofahrer/innen wäre allein kein ausreichender Grund nach Schweden auszuwandern.
Wir sind gut 1 ½ Stunden vor der Abfahrt der Fähre (12:05 Uhr) in Oskarshamn und nutzen die Gelegenheit den Stellplatz für Wohnmobile in der Marina zu besichtigen. Hervorragend gelegen, am Wasser, fußläufige Verbindung ins Zentrum von Oskarshamn, mit Dusche/WC und vollständiger Ver- und Entsorgungsmöglichkeit. Von letzterem machen wir sofort Gebrauch. Der kleine Campingplatz in Rottne hatte leider keine Entsorgungsstation.
Ich bekomme eine SMS und eine eMail, dass nun der Check In für die Fähre geöffnet ist und wir gerne kommen dürfen (sollen?). OK. Für Oskarshamn war die Zeit eh zu knapp. Wir fahren im großen Bogen am Hafen vorbei um zum Anleger zu kommen. Der Anleger für die Ölandfähre ist bequemer zu erreichen. Wir haben die Reservierung (mit QR-Code) ausgedruckt. Diese Variante scheint heute am Check In schneller zu funktionieren. Aber vielleicht lag es auch daran, dass wir auf dem Wohnmobilstellplatz mit Hilfe der erhaltenen SMS die Check In Daten schon vorgeben konnten.

Das Schiff ist groß. Wir haben keine Kabinen reserviert (ist tatsächlich, trotz nur 3,5 stündiger Überfahrt möglich) und entern das Restaurant. Ein Smörrebröd wechselt den Besitzer und landet in unseren Bäuchen. Das Wetter ist immer noch super und die See zwischen Öland und dem Festland ruhig.

Die Zeit auf dem Schiff vergeht wie im Flug. Ich verwalte die Website, schreibe Tagebuch, Heike liest den Gotland Reiseführer und markiert in der online-Karte alle Sehenswürdigkeiten, die wir ansteuern wollen. Wir haben sehr lange noch Netz über den hotspot meines Smartphones. Erst als wir über die Nordspitze von Öland hinaus fahren und uns auf dem Weg in Richtung Gotland noch weiter vom Festland entfernen bricht die Verbindung ab. Aber nicht lange. Als wir in den Sendebereich von Gotland kommen, habe ich auch wieder Netz.

Es dauert so seine Zeit bis wir das Schiff und den Hafenbereich verlassen haben. Im Schritttempo krabbeln wir ins öffentliche Straßennetz. Wir fahren nirgendwo hin sondern direkt zum Campingplatz. Als wir dort ankommen, sehen wir das ein oder andere Wohnmobil wieder, das mit uns auf der Fähre gestanden hat, aber Gott sei Dank nicht alle.
Auto aufbauen und einrichten, Servicehaus erkunden, an der Reception eine Duschkarte aufladen (4 SEK für 1 Minute duschen!!) und dann laufen wir an der Küste entlang . . .

. . . in Richtung Visby und schauen uns erst einmal nur grob um. Wir haben jetzt mehrere Tage, die wir hier in der kleinen Stadt verbringen wollen.
Auf dem Campingplatz stehen wir in der Sonne. Jetzt und heute ist es daher warm im Auto. Wenn es am Abend kühler wird ist die Wärme willkommen. Gotland soll mehr Sonnenstunden haben, als das Festland, aber weniger Regen. Wir werden sehen. Gotland muss offensichtlich deshalb Wasser sparen, steht jedenfalls auf Anschlägen im Servicehaus des Campingplatzes.
Der Abend endet mit dem Abendbrot draussen in der Sonne und einer anschließenden Dusche. Ich probiere die Expressdusche (1 Minute Wasser) und bin erstaunt. Ich kriege es hin.
