
In der Nacht hat es ordentlich geregnet und es gab auch starken Wind. Das Auto wurde ordentlich durchgeschüttelt. Auch die Temperatur war recht winterlich mit 4,5 Grad. Es regnet immer noch, als Heike morgens zur Dusche flitzt. Danach hört es aber auf!! Ich komme trocken zur Dusche und zurück und besser noch, die Sonne scheint. Die Wolken heben sich und wir sehen den Schnee auf den gegenüberliegenden Bergen.


Dummer Weise habe ich keine Landkarte dabei und kann auf diese Weise nicht feststellen, wie die Berge heißen und wie hoch sie sind. Google Maps schweigt sich darüber aus.
Heute verlassen wir die Lakes und setzen in einem Rutsch und einer Fahrt von etwas mehr als 3 Stunden rüber auf die Nordseeseite (Die Lakes liegen an der irischen See). Gleich zu Beginn der Fahrt sehen wir einen herrlichen Regenbogen über den Schneebergen.

Die Fahrt ist flott und ereignisarm, sieht man von der Tank-Frustation ab. Wir müssen heute nachtanken damit wir genug Diesel für die Heizung im Tank haben. Ist zu wenig im Tank, schaltet sie sich ab. Die ADAC Tankstellen-Finder-App zeigt eine Tanke in der Nähe mit einem faszinierend günstigen Preis. Ich kann es kaum glauben. Wir fahren dennoch dorthin. Es ist dann so, wie angenommen. Der Preis ist normalhoch, nicht besonders günstig. Wir zahlen inzwischen 191,9p für einen (!) Liter Diesel. Seufz, was soll’s, wir wollen das Auto nicht schieben, tanken und fahren weiter. Gefühlte 5 km weiter liegt noch eine Tanke am Wegesrand, 186,9p! Das hat die App nicht gezeigt!!! Grrrr!
Wir fahren nicht zum Campingplatz, sondern im Prinzip daran vorbei zur „Spirit of Yorkshire Distillery“, die unter dem Namen „Filey Bay“ einen guten Whisky brennen soll. Wir konnten für heute noch ein Deep Dive Tasting für uns beide für 2:30pm ergattern.
Die Zeit reicht, um im Bistro der Destille ein Scone mit Butter zu vernaschen, dann machen wir die Tour. Schön ist, dass nur acht Personen daran teilnehmen, weniger schön ist, dass vier von den anderen Personen relativ unangenehm sind. Aber das sind die Dinge, die man nicht wirklich im Griff hat. Die Führung ist wesentlich angenehmer als die in der Lakes Distillery. Hier ist man mit den Informationen wesentlich umfänglicher, macht weniger auf Stimmung, Gefühl und Eindruck, sondern mehr auf Fakten. Nur wo die Warehouses liegen, will James nicht sagen. ‚Nicht weit entfernt.‘ ist alles was er dazu auch auf Nachfragen von sich gibt. Ansonsten ist man hier sehr transparent.
Das Tasting verläuft wie solche Tastings eben verlaufen. Wir konnten fünf Whiskys probieren (Flagship 46%, STR Redwine, Double Oak -Virgin/Bourbon, Porter Cask #2, Cherry Cask Reserve #6). Alle haben mir besser geschmeckt als die Whiskys aus den Lakes. Jetzt würde ich dennoch gerne noch einmal die Tropfen der Lakes direkt neben denen aus der Yorkshire Distillery verkosten. Ich bin so begeistert, dass ich nach dem Tasting Geld ausgebe und den Flag Ship Marrying Strength und den Porter Cask mitnehme. Zu Letzterem gibt es noch zwei Flaschen Porter, die nach dem Whisky in dem gleichen Faß gelagert haben.
Die lange Fahrt, wir waren im Übrigen noch mal zwischendurch in einem Coop Lebensmittel einkaufen, das knapp über 2-stündige Whiskytasting, viel bleibt vom Tag nicht mehr. Wir fahren daher zum Campingplatz und Speisen zu Abend. Gestern sind von den Fish’n Chips ordentlich Chips übrig geblieben, die jetzt mit Würstchen vertilgt werden. Nach dem Essen bittet mich Heike, sie das nächste Mal daran zu erinnern, in England keine Würstchen mehr im Supermarkt zu kaufen. Ich stimme bereitwillig zu.
Der Campingplatz auf dem wir stehen ist riesig groß. Er hat 199 Plätze plus ein paar Luxus-Glamping-Hütten. Allerdings liegt der Platz in einem toten Ort. Hier ist nichts los. Hier wohnt man scheinbar nur, das ist zumindest mein Eindruck, den ich auf einem Rundgang nach dem Essen gewinne. Ich muss mich noch bewegen. Autofahrt und Tasting fanden im Sitzen statt.
