Oskarshamn – Målerås – Kosta Boda – Kosta Safari Park

Einfärben einer Glasskulptur in der Glashütte Målerås Glasbruk

Der regnerische Wasch- und Glashüttentag.

Wolken sind schon am Himmel als wir aufstehen. Gestern zogen sie schon auf und haben dem Sonnenuntergang tolle Farben beschert. Die erste ‚Amts Tat‘: Heike füllt eine Waschmaschine. Wir müssen sie nicht extra bezahlen. Sowohl die Nutzung der Waschmaschine als auch des Trockners sind im Preis für den Stellplatz inbegriffen. Dadurch ist der Stellplatz trotz 350 Kronen annehmbar im Preis. Wir hätten sogar Landstrom nutzen können. Absolut tolle Sanitäranlagen und die Entsorgung haben wir aber genutzt. Die Nacht war ruhig, obwohl auf dem Nachbarkai eine Hochzeit stattfand.

Erste Station des Tages ist die Tankstelle. Während des ganzen Aufenthaltes auf Gotland haben wir nicht getankt. Jetzt ist der Tank fast leer. 20 Liter sind dringeblieben, d.h. wir tanken 60 Liter nach. Der Preis ist in Oskarshamn allerdings der gleiche, wie auf Gotland. Ich hatte auf eine Ersparnis gehofft.

Målerås ist das nächste Ziel, bzw. die dortige Glashütte Målerås Glasbruk. Als wir ankommen, fängt es ‚am regnen an‘, wie man so auf gut Ruhrdeutsch zum Ausdruck bringen kann. Um es vorweg zu sagen, es bleibt auch so bis zum Abend, als wir auf dem Stellplatz für die Nacht ankommen.

Bei der Streckenführung nach Målerås vertrauen wir auf Google Maps. Leider weiß der Amerikaner nicht, dass in einem Ort, den wir durchfahren, ein Fest stattfinden soll und die Straße gesperrt ist (eine Vorankündigung durch Beschilderung haben wir aber auch nicht gesehen). Wir werden über eine Alternative geleitet, die allerdings in einer Sackgasse endet! Auch dafür hat Google Maps eine Lösung und leitet uns durch den Wald, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich bin schon fast überzeugt, dass wir auf einem Waldweg und nicht mehr auf einer Straße fahren, da sehen wir das erlösende Zeichen am Straßenrand: Eine Mülltonne. Wo die stehen, werden sie auch abgeholt und ist auch eine ordentliche Straße.

Bei Målerås Glasbruk wird nicht oder nur wenig geblasen, hier wird überwiegend gegossen. Als wir ankommen hat ein großer Teil der Mannschaft Mittagspause. Obwohl viele Arbeitsplätze verwaist sind, können wir überall herumlaufen und uns alles ansehen. Schritt für Schritt kommen die Arbeitskräfte wieder und es wird aktiver, dennoch ist es außergewöhnlich ruhig für die große Anlage.

Die Glashütte hat auch einen außergewöhnlich großen Shop, in dem wir uns lange aufhalten und die Ausstellung bewundern. Målerås Glasbruk ist sehr künstlerisch ausgerichtet.

Viele der Sachen gefallen uns sehr gut. Einer Glasschüssel in unserem Küchenrot können wir nicht wiederstehen.

Wir fahren im Regen als nächstes Kosta Boda in Kosta an, liegt recht mittig im sogenannten Glasreich von Schweden in Småland. Uns begegnet hier ‚eine ganz andere Nummer‘. Während Målerås Glasbruk klein und überschaubar und Målerås als Ort häßlich war, ist Kosta noch viel häßlicher und übersäht mit Outlets aller Art, Bekleidung, Gartengeräte, Haushaltsgegenstände und weiß der Teufel was nicht alles. Aber es gibt auch Glas! Einen Riesenshop betreibt Kosta Boda mit angeschlossener Glashütte.

Während wir die Hütte in Målerås kostenfrei besichtigen konnten, müssen wir hier für die self guided Tour etwas bezahlen. Der Rest ist wie bei Målerås. Wir laufen in der Produktion rum und versuchen den Glasbläsern nicht im Weg zu sein.

Im Unterschied zu Målerås sind hier allerdings zahlreiche Touristen und die Hütte betreibt eine Touristenglasbläserei in der man, wenn man vorher dafür zahlt, selber einen Gegenstand unter Anleitung herstellen kann. Wir schauen eine Zeit lang zu. Man darf/kann weniger selber machen, als ich bei dem Preis gedacht habe. Das Teil, das man selber hergestellt hat, darf man dann am nächsten Tag, nach der Abkühlphase, hier abholen.

In der Produktion ist mehr los, als in der Hütte zuvor. Das ist aber auch schon der einzige Vorteil dieser Location. Der Rest ist auf viele Menschen eingerichtet und macht einen etwas neppigen Eindruck.

Es regnet immer noch, als wir uns für den nahe gelegenen Stellplatz am Safari Park entscheiden. Als wir dort ankommen hört der Regen Gott sei Dank so langsam auf. Der Stellplatz ist spannend. Wir stehen mit der Front direkt am Gehege. Zumindest theoretisch könnten wir Bisons, Elchen, Wildschweinen, Damwild und Rotwild in die neugierigen Augen schauen. Wir sehen aber nur Wildschweine.

schwedisches Wildschwein (oder ein Migrant aus Norwegen?)

Der Preis von 250 Kronen ist für den Platz, incl. Strom, Waschmaschinen- und Trocknernutzung sehr gut. Ver- und Entsorgung sind kommod verfügbar und das Sanitärhaus tip top gepflegt. Ein Platz zum Wiederkommen. Man scheint hier auch im Wald rund um den Safaripark wandern gehen zu können. Dennoch sind nicht viele Fahrzeuge hier.

Auch wenn unsere Nachbarn in den höchsten Tönen vom Safaripark schwärmen, wir werden ihn nicht besuchen (einmal bezahlen und so häufig mit den Auto durch den Park fahren, wie man gerne mag).

Heute ist es frisch. Hier im Wald ist’s kälter. Heute machen wir die Heizung das erste Mal für ein Stündchen an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert