
Erst haben wir gedacht, wir müssen früh aufstehen, damit wir während der Ebbe über den Damm fahren können. Aber der nette Mensch aus dem Lebensmittelgeschäft, das auch gleichzeitig als Touristeninformation und Gezeitenberatung fungiert, hat Entwarnung gegeben. Ebbe ca. um 08:00, aber die Querung ist bis 12:00 sicher möglich. Na, vorgestern hatten wir das noch als Abenteuer empfunden, nun wird es reduziert. Seufz. Um 09:00 fahren wir über den Damm. Er ist wesentlich trockener als auf dem Hinweg. Da sind wir ja auch 2 ½ Stunden vor der Ebbe auf die Insel gefahren.
Die Straße 11 führt fast von Mandø bis zu unserem Etappenziel nach Stauning. Die Fahrt mit maximal 90 km/h dauert nicht lange. In weniger als 2 Stunden sind wir am Ziel und fahren direkt zum Stellplatz für diese Nacht, ein Wohnmobilstellplatz am Hafen von Stauning. Maximal 6 Wohnmobile sollen hier stehen können . . . fünf kann ich mir gut vorstellen. Es gibt eine Toilette, Dusche, Frischwasser, Grauwasser- und Toilettenentsorgung. In den Häfen üblich, wenn diese auch für Camper und nicht nur für die Boote einen „Liegeplatz“ anbieten.

Darüber hinaus ist der kleine Hafen gemütlich und macht einen verschlafenen Eindruck. Wir haben zwar Ferien, aber hier ist davon nicht wirklich was zu spüren.
Wir sind ja viel zu früh hier. Einchecken geht per Automat. Wir richten uns ein und decken diesmal auch die Frontscheibe mit dem Sonnenschutz ab. Es ist warm (27 Grad) und drückend. Nicht unser bevorzugtes Wetter. Obwohl die Sonne scheint nehmen wir sicherheitshalber unsere Regensachen mit. Es sind nur wenige Wolken am Himmel, aber man weiß ja nie.
Bis zur Stauning Destillerie sind es zu Fuß nach Google Maps 35 Minuten. Leider nur an Straßen entlang, eine davon eine recht gut befahrene Straße.


Aber, das muss ich zugeben, das ist nicht unser Hauptproblem. Es ist so warm und so schrecklich drückend. Kein Schatten. Warum habe ich der ersten Idee nicht stattgegeben und bei der Destille nachgefragt, ob wir auf deren Hof übernachten können (dort dann natürlich ohne Toilette, Dusche und Co.). Die Führung wird irgendwo gegen 16:00 enden. Da war mir dann zu viel Zeit mitten im Nirgendwo zu verbringen. Die Destille ist in einem ehemaligen Bauernhof eingerichtet, weit weg von allem.
Wir haben eine Führung in deutscher Sprache gebucht. Hier merkt man dann doch die Ferienzeit. Wir sind ca. 15 Menschen, z.T. Familien mit Kindern von 3 und acht Jahren. Letztere verhalten sich total toll und quengeln überraschend wenig, insbesondere die Dreijährige fällt positiv auf. Die Führung dauert über zwei Stunden. Wir bekommen in Zuge der Führung drei verschiedene (ja ist doch klar, oder?) Whiskys zu probieren. Der Signature-Whisky, ein Roggenwhisky, ist hervorragend. Ich bin sehr positiv überrascht. Nach dem Tasting kann natürlich der Shop erkundet werden. Aber nennenswert ist, das jeder Whisky, den man gerne möchte, hier auch probiert werden kann. Mit anderen Worten, man kann sich durch das ganze Angebot probieren. Macht natürlich keiner, aber den ein oder anderen . . . . Den Roggenwhisky gibt es auch in einer Einzelfaßabfüllung in Faßstärke. Der ist noch besser! Klar, dass wir „beschwert“ den Rückweg antreten.
In der Destille konnten wir nicht sehen, was so draußen los ist. Der Himmel ist grau und vollständig mit unheilverkündenden Wolken bedeckt. Wir laufen auch noch nicht lange, da geht es los. Gewitter. Wir werden in kurzer Zeit naß wie die Katzen. Da helfen auch die Regenjacken nicht. Fotoapparat, Smartphone, Geldbörse, alles was wasserempfindlichist wird im Brustbereich untergebracht. Als wir am Auto ankommen sind wir vollständig naß. BH, Unterhose, Schuheinlagen, sprichwörtlich alles. Nur der Brustbereich ist trocken geblieben und die Elektronik ohne Schaden davongekommen.
Das ist ja jetzt ganz großes Kino. So viele nasse Klamotten in Auto bei diesem Wetter wieder trockenen . . . . Aber wir haben Glück. Nach den Abendbrot reißt der Himmel auf und die Sonne trocknet zumindest schon mal ein paar Teile. Baumwollteile brauchen länger und werden wohl leider erst morgen trocken – hoffentlich.
Am Abend ist das Wetter so, als wäre nie etwas gewesen.