Hanstholm – Østerild

Wir sind heute geblieben, wo wir gestern angekommen sind, machen aber einen Ausflug.

Thy ist, dieser Eindruck festigt sich heute auf der Fahrt nach Norden, nach Hanstholm, eine vom wirtschaftlichen Aufschwung in Dänemark nicht sonderlich berücksichtigte Region. Landwirtschaft dominiert und vieles sieht deutlich nach weniger Geld aus. Darüber hinaus ist die Landschaft nicht sonderlich spannend. Nun damit ist die Region in Dänemark nicht allein.

Hanstholm ist nicht schön. Ich muss genauer sein. In Hanstholm Stadt (oder Dorf?) sind wir noch nicht einmal gewesen. Gemeint ist das Museum. In Kristiansand und hier in Hanstholm haben die stärksten Küstenbatterien der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg gestanden. Auf beiden Seiten des Skagerrak haben beide Länder Museen daraus gemacht. Dieses hier ist groß und gut besucht, vorwiegend von Dänen.

Die Ausstellung ist gut. Obwohl die Deutschen hier „uneingeladen“ hingekommen sind und, ohne Fragen zu stellen, getan haben was sie wollten, ist die Ausstellung neutral. Beleuchtet einfach die militärische Perspektive der Festung und den Erstellungsaufwand, aber auch das Zusammenleben der Deutschen mit der einheimischen Bevölkerung. Obwohl die Ausstellung und das Museum gut sind, sind sie noch lange nicht schön. Es ist bedrückend diesen Teil deutscher Geschichte oder auch schlicht einfach nur menschlicher Geschichte wahrzunehmen. Fotos machen erscheint uns nicht angebracht.

Danach können wir nicht einfach so wieder auf den Campingplatz fahren und reisen einfach 20 Minuten weiter nach Østerild in das Besucherzentrum für das nationale Testcenter für große (in der Tat die ganz großen) Windenergieanlagen. 30 MW Leistung, 286m Höhe. Das hat was. Das ist beeindruckend.

Dänemark! Wir können überall herumlaufen auf dem Gelände, wenn wir wollten, es ist über fünf Kilometer lang. Alles ist offen. Keiner da! Also Besucher schon, aber kein Personal. Heute gibt es keine Führungen mehr und deutsche leider auch erst wieder am kommenden Donnerstag. Dann wollen wir schon in Schleswig sein. Aber was zu sehen ist und multimedial erklärt, erläutert wird ist spannend und interessant.

Ich hätte gerne gewusst, ob hier noch andere Tests stattfinden, als die neuer Techniken und Materialien, um die Kosten der Energieerzeugung mit Windenergieanlagen zu reduzieren, z.B. von Biologen zu den Auswirkungen der Geräuschbelastung auf die Tiere und wie Vögel mit bestimmten Rotoren klarkommen oder eben nicht. Dazu gibt es keine Tafeln und zum Fragen ist keiner da.

Der Besuch hat stark von der Kriegssituation abgelenkt. Jetzt fahren wir noch eben nach Thisted um Bier einzukaufen. Bier, das von der Thisted Brauerei gebraut und in Fässern der Thy Distillery gelagert worden sein soll. Leider finden wir es nicht. Porter, das in Bourbon Fässern gelagert wurde ja, aber nicht ausdrücklich in den Fässern der Thy Distillery. Pech. Dann müssen wir es noch einmal woanders versuchen. Aber morgen ist Sonntag . . . .

Tischschmuck

Wir haben uns in Thisted Würstchen gekauft und grillen zum Abendbrot auf dem Campingplatz. Wir sind immer noch allein auf unserer Wiese. Auch die Nachbarwiese ist jetzt leer. Die junge deutsche Familie aus Ochtrup ist mit ihren Fahrrädern weitergefahren. Sie sind schon drei Monate unterwegs (Norwegen / Schweden) und wollen ein ganzes Jahr mit Rädern auf Reisen sein. Erst am Späten Abend, ich schreibe Tagebuch unter freiem Himmel, bekommen wir eine einzelreisende Nachbarin, auch in einem T6. Später kommt noch ein Motorradfahrer hinzu. Bemerkenswert, er fährt nicht BMW, obwohl aus Deutschland.

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