Kingston Lacy und Poole

Poole Harbour

Gestern hat Heike den Hinweis auf Kingston Lacy auf einem Wegweiser „entdeckt“ und liest während der Fahrt aus dem Reiseführer und aus Internetquellen dazu vor. Danach steht fest: Da will sie hin.  Lustig ist, dass wir das schon zu Hause für das Reiseprogramm geplant hatten.

Da das Haus erst um 10:30 öffnet und wir in knapp 30 Minuten am Ziel sind, heißt es, wir können etwas länger schlafen und rumtrödeln.

Überall in der Landschaft sind die Spuren der offensichtlich starken Regenfälle der letzten Wochen zu sehen, auch die Zufahrt zum Gelände von Kingston Lacy ist da keine Ausnahme.

Auf dem bescheidenen Gelände des Herrenhauses Kingston Lacy

Auf dem Gelände sind wir nicht die ersten. Viele Autos stehen schon auf dem teilweise überfluteten Parkplatz. Man ist im Garten und in den Woodlands unterwegs, mit und ohne Hund.

Um 10:35 werden wir eingelassen und schauen uns erst einmal ein Rembrandt Portrait an mit Audioerklärung. Dafür gibt es Tickest für festgelegte Timeslots wir haben gleich den ersten genommen und gehen danach durchs Haus.

Immer wieder spannend über die Häuser einen Eindruck über das Leben in England in der viktorianischen Zeit zu erhalten. Die freiwilligen Helfer in den Häusern sind stets begeistert von „ihrem“ Darstellungsobjekt und mit den Details bestens vertraut. Allerdings ist es nicht möglich, erlebe ich heute zum wiederholten Mal, in eine Art Metaebene zu wechseln. Gesellschaftskritisch zu hinterfragen, womit diese reichen Familien ihr Geld gemacht haben, und ob sie sich in gleichem Umfang für die Arbeits- und Lebensverhältnisse ihrer Beschäftigten interessiert haben, wie (Beute-)Kunst und Freizeit, ist nicht denkbar. Diesen Fragen wird einfach ausgewichen. Es ist auch nach unserem Kenntnisstand in den National Trust Häusern nicht wirklich aufgearbeitet.

Nach einem Snack im Stable Cafe von Kingston Lacy möchte Heike ins nahe Poole fahren. Auch dazu hatte sie im Internet Tolles gelesen, jedoch nicht im Reiseführer. Der hat den Ort nicht erwähnt. In Poole angekommen wissen wir auch warum. Wir streifen dennoch durch den Ort. Ich erlebe ein kleines Abendteuer: Neugierig gehe ich für ein vielleicht schönes Bild über eine Klappbrücke . . . 

Poole Hafen mit Blick auf die Werft des Luxusyachtenbauers Sunseeker

. . . und ehe ich reagieren kann, öffnet sie sich . . . 

und ich stehe auf der falschen Seite. Aber nicht lange . . . 

. . . und die Boote sind durch.

Wir suchen die historische Altstadt, eine Postbox und eine öffentliche Toilette, finden allerdings nur die öffentliche Toilette und durch Zufall einen 220 Jahre alten Süßigkeitenladen mit einer äußerst netten Inhaberin, mit der wir recht lange quatschen.

Stand nicht im Reiseführer!

 

Natürlich über das Wetter, aber auch über Hannover und weiß der Teufel noch was alles. Wir kaufen Süßigkeiten, die wir einer Freundin von Heike mitbringen werden (und finden diese hinterher in einem Saintsbury’s für weniger Geld – aber egal, das war die Sache wert). Wir genießen die Sonne am Quay . . .

Auf der gegenüberliegenden Seite, Sunseeker. Dort stehen Millionen Euro bzw. Pfund in Form nobler Luxusyachten.

. . . und gehen in die Kirche.

St. James Church Poole

Hier im UK sind die Kirchen irgendwie lebend, sogar eine Küche ist eingerichtet, eine Spielecke ist vorhanden, ein Kreis mit Sesseln für Gebetsrunden und Diskussionen (steht dran). Alles befindet sich im Hauptschiff und/oder den beiden Seitenschiffen.

Mit fremder Hilfe kommen wir auch einer Postbox (für Postcrossing Karten) auf die Spur. Von historischer Altstadt keine Spur. Auch einen Uhrmacher finden wir trotz mehrfacher Nachfrage nicht (Heikes Uhr ist stehen geblieben un der Timer für’s Eier kochen tut’s auch nicht mehr ). Aber dafür einen Saintsbury’s. Und wieder kaufen wir  Lebensmittel ein. Täglich grüßt der Lebensmittelhändler. Mein Gott, so viel essen wir doch nicht. Das müssen wir anders organisieren.

Auf dem Rückweg fahren wir tanken und zahlen heute 1.379 GBP für einen Liter Diesel. Hier ist der Diesel teurer als Superbenzin.

Um 18:00 sind wir auf dem Platz und beenden den Tag mit einem Abendbrot. Danach wollen wir u.a. die Fähre buchen, mit der wir zurück fahren, aber es geht nicht. Das Internet trägt jedes Bit einzeln zur Zieladresse. Wir brechen ab und hoffen auf morgen am neuen Standort. Nicht überall kann das Netz so misserabel sein.

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