Melrose – Sterling

Der Tag bietet eine Enttäuschung und tolle Blumen.

Gestern haben wir noch hin und her überlegt, Culloden oder The Royal Botanic Garden Dawyck. Culloden war uns dann nach eingehender Überlegung doch zu bluttriefend. Zumal der Kern des Visitor Centers offensichtlich die Möglich ist, virtuell an der Schlacht teilzunehmen. Das war nichts für uns. Aber der Garten . . .

Nach einer Stunde Fahrt von Melrose aus waren wir pünktlich zur Öffnung um 10:00 vor Ort und mit 16,40 GBP Eintrittsgeld dann auch im Park (die Ermäßigung für Consessions schon berücksichtigt. Normalpreis 10,– GBP/Person). Leider haben wir nicht viel Zeit. Gestern haben wir eine Distillery Tour in der Deanston Distillery für 14:30 gebucht. Deanston liegt nicht weit entfernt von Stirling. Dort befindet sich unser nächster Campingplatz für die kommenden zwei Tage.

Im Park könnte man wesentlich mehr Zeit verbringen, als die zwei Stunden, die uns bleiben. Er ist alt und die Bäume aus der ganzen Welt auch. Faszinierend, dass die Gärtner der Vergangenheit es hinbekommen haben, diese z.T. exotischen Bäume hier so gut zu pflegen. Beeindruckend sind die vielen Rhododendren, auch riesengroße sind darunter.

 

Mich fasziniert insbesondere eine blaue Blume, sie soll aus Pakistan kommen. Die will ich haben! Ein anderer Fan dieser Pflanze versichert uns aber, dass es sehr schwierig ist, sie im eigenen Garten zu ziehen. Warum, verschweigt er. Ihm sei es auch nicht gelungen. Vielleicht weiß er es auch nicht.

 

Faszinieren ist auch, dass der Park immer noch an ein privates kleines Schloss (?) oder eine große Villa (?) grenzt. Die Zuwegungen von und zu diesem Anwesen sind natürlich mit „Private“ Hinweis abgesperrt. Aber die Vorstellung, dass dieser Park der Garten des Hausbesitzers ist oder war . . . . . Zumindest waren diese Menschen im 18./19. Jahrhundert so reich, dass sie ‚Pflanzenjäger‘ bezahlen konnten, die ihnen diese exotischen Gewächse aus aller Herren Länder beschafft haben. England, das große Empire. Nun, das war einmal. Aber schön, dass die Parks heute jeden erfreuen können (der sich den Eintritt leisten kann).

 

1 ½ Stunden später sind wir bei Deanston.

Irgendwo auf der Fahrt zum Ziel.

Schon von aussen wird klar, das ist eine Brennerei, die ihren Brand ohne Mythologie oder romantische Geschichten erzeugt. Industriel. Effektiv. Effizient. Schön, sieht die ehemalige Weberei nicht aus, soll wohl aber unter Denkmalschutz stehen, erfahren wir bei der Führung etwas später.

 

Von der Führung bei Deanston habe ich mir mehr versprochen. Viele Schritte der Produktion werden einfach ausgelassen. Schade, schade, schade. Auch das abschließende Tasting ist verbesserungsfähig. Es findet in Industriehallenumgebung statt. Kühl, ungemütlich, abweisend. Das Engagement der jungen und zugegebener Massen auch hübschen Guide hilft da wenig. Ich probiere nichts. Auch die Schotten kennen selbst bei Whisky am Steuer keine Gnade. Wir haben eine Tour mit Drivers Tasting Pack gebucht und bekommen die Whiskys mit nach Hause. Soweit so gut. Das Ganze ist leider etwas lieblos umgesetzt. Unten im Shop stehen Whiskys in erwerbbaren Sample Fläschchen. Unser Driver Pack besteht allerdings nicht aus diesen Samples (damit hatte ich gerechnet). An unserem Tastingplatz stehen befüllte Gläser. Wir erhalten kleine Fläschchen und einen kleinen Metalltrichter und dürfen uns den Whisky aus den Gläsern selber in die Minifläschchen umfüllen während wir den Worten der hübschen Frau lauschen. Das war leider nichts, das können andere durchaus besser! Tour und Tasting sind keine Empfehlung wert.

Zwanzig Minuten später sind wir auf dem Campingplatz Witches Craig in Stirling. Es ist kein Platz des Clubs, aber sehr, sehr liebevoll und aufgeräumt gestaltet. Alles sauber und intakt. Wir haben einen schönen Stellplatz mit guter Aussicht auf die nahen Berge und Wälder. Camping können also noch andere als nur der Club!!

Das gelbe ist Ginster, ganze Hänge voller gelber Blüten.

Am Abend probieren wir beide die selbst umgefüllten Whiskys, den Standardwhisky mit 12y und einen 15y alten Whisky, der nach 13y in einem Ex-Bourbon Fass für weitere 2y in ein Rotweinfaß umgefüllt wurde. Beide hauen uns nicht vom Hocker. Wir kennen einen 18y alten von Deanston und die Standard Virgin Oak Variante. Die waren beide sehr viel besser. Im Distillery Shop habe ich der Versuchung widerstanden, eine Distillery Edition Virgin Oak 55% ABV für 55 GBP zu kaufen. Jetzt bin ich doppelt froh und werde beruhigt schlafen.

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