
Und wieder Ribe. Ich glaube inzwischen schon zum 10. Mal (oder mehr?). Allein im Zuge dieser Reise gleich zwei Mal!
Gestern hatte ich einen Durchhänger und wäre am Liebsten sofort in einem Rutsch nach Hause gefahren. Irgendwie hat es (natürlich wie immer und alles!!!) nicht so funktioniert wie ich mir das so vorgestellt habe. Der unabhängige Abfüller Fadandel hat Sommerferien und geschlossen. Die Destillerie Fairy Lochan hat geschlossen, wenn wir in ihrer Nähe sind. Und zurück zur Thy Distillery ist es zu weit. Alles Mist.
Heute sieht die Welt schon ganz anders aus. Heike will gerne zurück nach Ribe. Die Socken für die Enkelin umtauschen (erst vor ein paar Tagen zu klein gekauft!) und ins Wikingerzentrum. Kein echtes Freilichtmuseum, eher ein Schauplatz für authentische lebende Geschichte. Wir wählen den Weg dorthin über Jelling, den Regierungssitz von Harald Blauzahn, erster König Dänemarks und Namengeber des modernen Verbindungsstandards Bluetooth. Eine Weltkulturerbestätte ersten Ranges. Wir waren schon mal dort. Es hat uns so gut gefallen, dass wir unsere Erinnerungen heute mit einer Stippvisite auffrischen.
Die Besichtigung der Welterbestätte ist von der wesentlich neueren Kirche nicht zu trennen. Im Vorgängerbau könnte Gorm der Große (nach Umbettung) bestattet worden sein.
Bislang ist das Wetter einfach top. Wolken, Sonne, Wind, 22 Grad. Die Vorhersage kündigt inzwischen für den Abend und die Nacht das Katastrophenwetter mit Starkregen an. Aber im Moment ist alles gut und wir genießen den Besuch im Wikingerzentrum. Es sind viele Besucher hier, viel mehr als bei unserem ersten Besuch vor vielen Jahren.

Aber es sind auch viele Freiwillige hier, living history Darsteller, Hobby Wikinger. Menschen, die ihren ganzen oder einen Teil ihres Jahresurlaubes hier verbringen und im Wikingerdorf leben und arbeiten wie die Wikinger zur damaligen Zeit, alles möglichst authentisch und unter Aufsicht der Museumsleitung. Wir können mit der ein oder anderen Freizeit-Wikingerin sprechen. Spannende Szene. Einer der Tageshöhepunkte ist eine simulierte Wikingerschlacht.
Aber man führt nicht nur Waffengänge vor, auch „Wikingergames“. Während der Aufführungen ist der Rest des aufgebauten Dorfes leer. Aber niemand scheint sich darum zu bekümmern, dass seine Sachen wegkommen.
Die Hobby Wikinger haben nur „Dienst“ bis 16:30, dann schließt das Zentrum für die Besucher. Die Wikinger leben weiter im Zentrum und schlafen auch des Nachts in ihren Zelten. Das wird sicher spannend in der kommenden Nacht.
Dann geht’s zum Sockenumtausch. Und weil wir schon mal hier sind schlabbern wir uns noch so ein geniales Eis weg. Zum Kochen haben wir heute keine Lust, aber auch keine essen zu gehen. Also müssen wir uns noch ein Brot kaufen, das vorhandene reicht nicht mehr.
An der Kammerschleuse sind wir beide überrascht. Ich hatte mit wenigen Fahrzeugen gerechnet, die den Stellplatz hier direkt hinter dem Deich bei diesen Wetteraussichten in Anspruch nehmen, aber es sind viele. Der Platz ist fast voll (und wird im Laufe des Abends dann tatsächlich voll). Ich gehe noch mal vor dem Abendessen eine Runde über den Deich und um die Schleuse herum. Es ist heftig windig. Heute Nacht soll der Wind auf 8 bft auffrischen.
