Sonntag angekommen, Sonntag werden wir aber nicht wieder fahren, erst am Montag Morgen. Eine Woche und einen Tag London und Familie. Enkelin intensiv. Aber nicht nur!
Den Küchentisch, dessen Tischplatte ich letztes Jahr (?) gebaut und montiert hatte, habe ich stabilisiert. Daheim habe ich das gleiche Material aus dem Baumarkt verwendet, 18mm stabverleimte Buche in B/C Qualität. Sie hat sich daheim gebogen. Also musste ich auch hier in London Vorkehrungen treffen, dass dies nicht ins Gewicht fällt. Die bereits eingetretene geringe Biegung konnte ich „rausdrücken“. Der Tisch ist eben.
Türgriffe waren (mal wieder!) zu reparieren. Leider haben die Monteure bei der Erstellung des Hauses teilweise geschludert, eine agile Enkelin hat den Rest besorgt. Hier ist es mit den Baumärkten leider schlecht. Sie sind mit denen daheim nicht zu vergleichen. Ersatz- oder Einzelteile, die man hätte nutzen können . . . . Essig! Ganze Türbeschläge zu kaufen ist kein Problem! Anfang April sind wir wieder hier. Ich muss zusehen, dass ich zu Hause was finde, was den benötigten Teilen am nächsten kommt.
In dieser Woche war ich dann auch erstmals im Kindertouristenziel No.1 hier in London: Hamleys! Fünf Etagen vollgestopft mit Spielzeug . . . und Menschen und alles ist eng. Grauselig. Enkelkind hat sich quasi als Belohnung ein Stofftier aussuchen dürfen, weil sie sich von einer großen Tüte voller Spielsachen getrennt hat und wir diese ihrem ehemaligen Kindergarten gespendet haben. Beachtlicher Weise ist die Stoffviecherecke bei Hamleys nicht sehr groß. Es gibt dort auch Steifftiere, aber die Wahl fiel dann auf eine (hässlich) grüne Schildkröte mit (fettem) Grinsen im Gesicht. Nun ja . . . ist ja nicht mein Stofftier.
Alle Jahre wieder mache ich Gebrauch von meinem Recht als Mitglied im Bimber Club und besuche ein Tasting in der Destillerie. Bislang habe ich nur Luke als Moderator des Tastings und Tourguide kennen gelernt. Heute ist er aber „very busy“ und Andra macht seinen Job . . . bedauerlicher Weise bei weitem nicht so gut. Darüber hinaus ist sie nicht so souverän was den Verkauf von Flaschen angeht. Die letzte Clubflasche habe ich nicht online gekauft sondern darauf vertraut, sie hier in der Destillerie zu erwerben, aber . . . nichts mehr zu machen, alle! Na ja, dafür kann sie ja nichts. Aber zwei der probierten Whiskys sind hervorragend und ich hätte sie gekauft, eine Taiwan Exclusive Abfüllung aus einem Rye Faß und eine Austrian Exclusive. Aber von den verfügbaren Flaschen verkauft sie nicht eine, auch nicht an ein Mitglied. So’n Sch . . . . Die verkosteten Whiskys sind dennoch gut und lecker und der Abend ganz nett (ich sitze neben einem Schotten), wenn auch mit Einschränkungen, siehe oben.
Ein Erlebnis der besonderen Art ist die Shopping-Tour mit der Enkelin in Stratford, einem riesigen Einkaufszentrum mit allem was das Herz begehrt, vor allem Geschäften, mit relevanter Kinderbekleidung. Letztes Jahr hatten wir hier ein Desaster erlebt, in diesem Jahr ist alles anders! Wir finden eine Menge passende und gutaussehende Bekleidung, die ihr gefällt (ganz wichtig!!). Am Ende fahren wir mit einem Rucksack voll zurück . . . und mit einem neuen Pokeman Tier, einer blauen Schildkröte. Warum kann das Kind keine Steifftiere mögen? Warum sind die nicht trendy? Das himmelblaue Vieh ist einfach nur hässlich.
Letztes Jahr im Herbst haben wir das Frühstückslokal Two Magpies kennengelernt und Wert darauf gelegt, während dieses Aufenthaltes dort noch einmal full english breakfast zu frühstücken. Ein Frühstück, das für den ganzen Tag reicht und von dem man auch noch dick werden kann. Aber einfach sooooo lecker. Danach starten wir in den Besichtigungsausflug der Woche.
Immer noch steht im Raum, mal aus dem Gedrubbel in Limehouse / Canary Wharf weg und woanders hin zu ziehen, aber wohin? Am Wochenende „besichtigen“ wir gemeinsam Highams Park im Nordosten von London. Hmm. Keine Schönheit, ein typisches kleines Städtchen mit allerlei Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf und kleinen Cafés, wie das halt in England so üblich ist. Aber schön ist es nicht. Die Wohnsiedlungen, die wir durchstreifen, sehen typisch englisch aus. Reihen- und Doppelhäuser mit Vorbau im Livingroom und Vorgarten incl. Garage (letzteres ist schon erwähnenswert!). Aber bei weitem nicht so heruntergekommen wie weiter drin in London, und auch nicht so dreckig und laut. Hier ist es eher kleinbürgerlich ruhig und sittsam, nicht so divers, wir sehen im Wesentlichen nur britisch/europäisch aussehende Menschen. Trotz laufender Besichtigungen möglicher zukünftiger Wohnorte sollen die kommenden Grundschuljahre noch am alten Standort verbracht und für die Suche genutzt werden. Mal sehen wo das noch so hinführt. Bislang hat mir Bishop`s Stortford am Besten gefallen. Aber das liegt schon weit draußen vor den Toren Londons.
Schwiegermutter kann zwar (leider) selber nicht dabei sein, will aber, dass wir auf ihre Kosten in einem Lokal der Londoner Wahl essen gehen. „Unsere Londoner“ suchen sich das Gaucho aus, ein Steakhaus direkt an der Themse. Wir kommen noch trocken hin, aber später nur noch naß zurück. Das Lokal gefällt mir nicht, alles sehr stylish in black’n white, Glas, strammes glänzendes Leder, lackierte Oberflächen. Aber das Essen ist gut. Alle sind zufrieden, der Kellner bei der Abrechnung auch.
Das hatten wir schon einmal. Während wir hier sind wird der Dienst der Elizabeth Line kurzzeitig eingestellt und ich müßte mit der Southlink oder verschiedenen Bussen weltreisemäßig (was den Zeitaufwand angeht) vom Campingplatz in Abbey Wood zur Enkelin nach Limehouse fahren. Aber die Familie beschließt einen Ausflug nach Greenwich ins National Maritime Museum mit vorherigem Frühstück im Bill’s. Da waren wir schon mal, da kann man auch full english breakfast bekommen. Aber an zwei hintereinander folgenden Tagen . . . . ?!?!?! Ich fahre mit einem Bus von Abbey Wood (20 Minuten zur Bushaltestelle laufen) nach Greenwich. Er hält an jeder Milchkanne, die es hier natürlich nicht gibt, dafür ist es sicherlich jede zweite Straßenecke. Es dauert. Zu allem Überfluss verreckt der Motor des Busses auch noch im Regen und wir müssen alle aussteigen. Gott sei Dank sind es nur 10 Minuten zu Fuß, aber durch den Regen, zum Frühstücksziel. Als ich pünktlich um 9pm ankomme, hat es gerade geöffnet und ich bin der erste Besucher.
Rollenspiele sind im Moment für die Enkelin der Hit. Heike ist begnadete Mitspielerin. Die Enkelin fokussiert sich voll auf ihre Spielkameradin und Heike bekommt es hin, mit ihr fast alles zu machen: Plätzchen backen, Fensterbilder ausschneiden und das Küchenfenster verunstalten, Ostereier ausblasen und anmalen . . . . . Ich habe meistens Pause. Ist mir auch recht. Ich bin auch in diesem Jahr wieder hier in London viel müde und kaputt, könnte jeden Tag einen Mittagsschlaf machen. Warum ist das hier in London so? Die (schlechte) Luft?
Am Sonntagnachmittag verabschieden wir uns und fahren zum Campingplatz. Schnell noch Lebensmittel für die kommende Woche einkaufen, das Auto für die gemeinsame Weiterfahrt vorbereiten resp. aufräumen. Aber . . . . für den Lebensmitteleinkauf habe ich nur 15 Minuten. Ich bin erst um 4:45 pm am Sainsbury’s, um 5 pm wird geschlossen! Upps, daran haben wir nicht gedacht. Hier hat doch eigentlich alles möglich fast immer geöffnet. Tja . . . fast immer. Es reicht gerade für die wichtigsten Dinge. Den Rest des Tages widmen wir einem ruhigen Wochenausklang.
