Trelissick Garden – Truro

Gestern so viel Regen und heute Sonne. So kann es gerne bleiben.

Schon in der Nacht war der wolkenlose Himmel wahrzunehmen. Ich schlafe direkt unter dem Dachfenster und kann einfach nach oben ins Firmament schauen. Das ließ schon hoffen. Wir haben dann auch den ganzen Tag Sonne, bis ca. 18:30. Nach dem Abendessen fallen wieder die ersten Regentropfen. Aber in der Nacht . . . . 

Morgens starten wir sofort zu Trelissick Garden. Ein Garten des National Trusts, den wir schon einmal besucht haben, auf unserer ersten gemeinsamen Cornwall-Tour. Wir hatten ihn so gut in Erinnerung, wie er sich jetzt für uns wieder darstellt. Wenn das Wetter so schön wie heute ist, kommen die bereits blühenden Pflanzen, jede Menge Osterglocken und Priemeln, Magnolien und Camelien besonders zur Geltung. Im grauen Wetter würde das sicherlich nicht so wirken. Einzelne Blüttenbätter einer Magnolie sind so groß wie Heikes Hand. 

Wir wollen uns auch das Haus ansehen, entscheiden uns allerdings dafür, nach dem Gartenrundgang und der Erkundung des Anlegers der King Harry Ferry (lustiger kann ein Name nicht klingen) erst einmal im Café einen Kakao und einen Scone miteinander zu teilen.

Garten, Café, Shop und die umliegenden Woodlands sind sehr gut besucht, heute ist Samstag. Wir bekommen nur noch einen 6er Tisch. Das führt dazu, dass sich alsbald noch jemand zu uns setzt. Keine Ahnung woher die beiden kamen und wie sie hießen, wir haben uns eine gute Stunde miteinander angeregt unterhalten. Das war ein sehr angenehmes Erlebnis.

Haus Trelissick

Das Haus selber ist nicht sonderlich sehenswert. Die oberen Etagen sind gesperrt, die untere Etage wird von einem Gastronomiebetrieb (mit Aussicht durch die Säulenreihe) und eine Orangerie dominiert. Aber der Ausblick von der Veranda ist super. 

Im Shop kaufen wir nichts!! Der erste NT-Shop im Zuge dieser Reise, der an uns mal nichts verdient. Bemerkenswert.

Mit schlammigen Schuhen (was soll’s!) fahren wir dann nach Truro. Ich wollte die Kathedrale sehen, die als einer der jüngsten in der britischen Geschichte gilt (gebaut 1880 bis 1910). Sie kommt an die wirklich alten Kathedralen nicht heran. Die sind viel imposanter, ob größer weiß ich nicht zu sagen, aber in Summe erheblich eindrucksvoller. Heike findet allerdings Gefallen an dem Bau. Der Eintritt ist konstenlos, es wird lediglich (aktiv) um eine Spende gebeten. Selbstverständlich wird diese per Smartphone oder Kreditkarte bezahlt.

Danach nutzen wir das zu diesem Zeitpunkt immer noch gute Wetter, der Himmel zieht sich stellenweise aber schon zu, und streifen ein wenig durch Truro. Es ist die einzige Stadt (=city) in Cornwall, Verwaltungs-, kulturelles- und wirtschaftliches Zentrum der Grafschaft Cornwall. Darüber hinaus ist es die am weitesten südlich liegende Stadt im Königreich. Davon merkt man aber nun wirklich nichts.

Wir decken uns mit cornish pasty ein, sie werden heute unser Abendessen, und finden ein angemessenes Mitbringsel für eine Freundin, die hin und wieder nach unserem Haus sieht (housekeeping).

Truro Cathedral

Wie an vielen anderen Stellen im UK auch, findet man auch hier Verfall und Top nebeneinander.

In Truro führen uns die Einheimischen, Touries laufen hier nicht oder nur in nicht wahrnehmbarer Dosis herum, wie sich die gemeinen Engländer*innen bei diesen Temperaturen, heute haben wir 12 Grad, so üblicher Weise kleiden:

    • weibliche Jugendliche oft bauchfrei,
    • junge Männer, oder die, die sich dafür halten mit kurzer Hose und Turnschuhe ohne Socken, aber dafür mit Mütze
    • ein einfacher dünner Strickpulli ist oft bei jüngeren Frauen zu sehen, natürlich ohne Jacke,
    • Kinder mit nackten Beinen, die Mädchen im dünnen Kleid, mit Strickjacke oder einer anderen Jacke
    • und so geht das quer durch (fast) alle Altersklassen weiter.

Nur die älteren Menschen haben offensichtlich ein größeres Wärmebedürfnis und tragen auch mal eine Weste und / oder eine Jacke. Es muss ganz einfach an den Genen liegen. Engländer müssen einfach andere Menschen sein.

Nach dem Abendessen (die pastys, siehe oben) fesselt uns der Regen im Auto. Als es dann wieder aufhört haben wir keine Lust mehr in Wald und Flur herumzulaufen, es ist nach acht!

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