
Ein arroganter Guide mit Herz.
Wir bummeln heute rum und eilen uns nicht. Cambridge ist kleiner als gedacht. Gestern haben wir schon viel gesehen. Heute soll es noch das Trinity sein, für Heike. Ich konnte online kein Ticket mehr reservieren, alles ausgebucht.
Wir starten erst nach 11am in Richtung Bushaltestelle. Wieder nehmen wir den Bus der Linie 1 und sind nach etwas über einer halben Stunde in Cambridge. Bis zum Beginn der Führung ist noch viel Zeit, also streifen wir im Zick Zack durch die Stadt und erkunden die Stellen, die wir gestern unbeachtet gelassen haben. Das Peterhouse College ist aber ‚closed for visitors‘. Es ist das älteste College in Cambridge.
Leider spielt Petrus heute nicht so mit. Die Vorhersage, heute morgen noch, war besser als das Wetter jetzt. Es regnet zum Teil recht ordentlich, wir wollen aber nirgendwo als Regenflüchtlinge einkehren und werden naß. Was soll’s.
Überpünktlich am Trinity müssen wir noch ein wenig vor dem Tor warten bis es endlich losgeht. Dabei stehe ich neben zwei jungen Mädchen/Frauen, die sich auf deutsch unterhalten und gerne wohl auch in Trinity gehen wollen. Ich ermuntere sie zum Guide zu gehen und ihn zu fragen, ob sie auch ohne Internetbuchung noch mitkönnen. Erst sagt er No!, und dann können sie doch noch mit.
Kurz zuvor hatten Heike und ich bei ihm auch nachgefragt, ob ich, obwohl alles ausgebucht ist, noch mitkommen könnte. Er sah darin kein Problem und so bin ich dann auch zu meiner Führung gekommen.
Bekleidet im weißen Hemd, Kravatte und Anzug mit Melone sah er recht britisch aus. Die Melone war sicher so etwas wie Markenzeichen. Spannender war, dass er mit seinen Schuhen ganz alte Vorurteile bestätigt hat. Ich weiß nicht, was die schwarzen Budapester noch zusammengehalten hat, Schuhcreme kann es nicht gewesen sein. So ausgelatschte Dinger habe ich vorher noch nie gesehen. Oben hui unten pfui.
Der Mensch war sehr arrogant, konnte es sich allerdings leisten. Er war es auf eine sehr unterhaltsame Art. Lustig war die immer wieder auftretende Abgrenzung des Trinity zu den anderen Colleges und insbesondere zu denen in Oxford. Die leider nur eine Stunde andauernde Führung war zu schnell vorbei. Ohne Führung kommt man als normaler Tourist nicht ins Trinity. Schade.
Vor dem Trinity lassen sich Menschen gerne mit einem Apfel oder zumindest vor dem Klon des Apfelbaumes fotografieren, der immer noch auf dem ehemaligen Grundstück der Eltern von Isaac Newton steht. Wir können einer jungen Frau zur HAnd gehen und werden belohnt.


Nach der Führung sind wir noch einmal durch ein paar Straßen gelaufen und haben eine Pizzeria geentert. Heute Abend bleibt die Küche im Auto kalt. Obwohl das Wetter heut schlechter gewesen ist als gestern, sind wir später zurück am Auto als gestern. Aber immer noch früh genug für Tagebuch und Planung des morgigen Tages.
