
Der National Trust bezeichnet die von ihm verwaltete Welterbestätte als ‚Fountains Abbey and Studley Royal Water Garden‘. Die korrekte Bezeichnung lautet allerdings ‚Studley Royal Park including the Ruins of Fountains Abbey‘ – kompliziert.
Die offizielle Bezeichnung der Unesco Welterbeorganisation weist schon ein wenig darauf hin, dass die Klosterruinen selber nicht der Grund für die Auszeichnung sind.
In der Nacht war es richtig kalt. Die Vorhersage hatte 2 Grad angegeben. Soooo kalt war es dann doch nicht, aber 6 Grad am Morgen sind recht frisch. Auf Grund der Vorhersage hatten wir im Auto die Heizung eingeschaltet gelassen. Heute Nacht werden wir es wieder so machen. Auch wenn wir mit fast 15 Grad und fast durchgehend Sonne einen schönen Tag haben, soll die Nacht wieder kalt werden. Für morgen sind sogar nur 1 Grad vorhergesagt.
Die Wettervorhersage hatte zwar für die vergangene Nacht recht, für den Tag nicht. Die vorhergesagten max. 7 Grad bei durchgehender Bewölkung sind nicht eingetreten. Sehr zu unserer Freude. Wir haben die Sonne und Wärme (es war fast windstill) im Studley Royal Park genossen. Aber ehrlich gesagt, wir wären auch bei Bewölkung dort hingefahren. Plan ist Plan!
Die Landschaft durch die wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg fahren, ist einfach grandios.

Die Straßen sind kurvig und eng, beidseits oft mit Mauern, seltener mit Hecken gesäumt. Die Weiler durch die wir fahren, sind klein, verdienen das Wort Dorf nicht. Die Landschaft ist weit, hügelig mit teilweise sehr steilen An- und Abstiegen, 11%, 18%, 19%, 20%. Der Wermutstropfen: die Straßen sind schlecht. Buckelpisten, keine Straßen. Löcher, Spalten, unsaubere Reparaturen, rauer Belag, Belagwechsel ohne Ende, Huckel und Beulen. Die Aufmerksamkeit muss schon auf der Straße sein, Blicke in die Landschaft sind selten.
England hat Ferien UND Ostermontag UND Sonne. Das hatte zum Ergebnis, dass der Park von über 4500 Besuchern heimgesucht wurde und die Parkplätze geschlossen werden mussten.

Hat uns Paul erzählt. Paul, ein älterer Herr, war unser Guide durch die Ruinen der Abbey und den Park. 1 1/2 Stunden persönliche Führung, nur für uns zwei. Der Park war zwar gut besucht, siehe oben, aber es hatte scheinbar keiner Interesse an der Geschichte der Abbey und der des Parkes. Der größte Teil der Besucher waren Familien mit Opas und Omas auf Easter Egg Hunt, eine vom National Trust ausgerichtete „Veranstaltung“ mit besagten albernen Papposterhasenohren.
Allerdings ist der Park so groß, dass sogar die genannte Menge an Besuchern ihn zwar als gut besucht, aber nicht als voll hat erscheinen lassen. Durch die immense Größe gibt es zwei Eingänge mit entsprechenden Parkplätzen und mehrere ‚Restaurants‘ bzw. Kioske im Park. Die waren allerdings ausnahmslos proppevoll.
Wir sind zwar recht früh gestartet, aber erst recht spät im Park angekommen. Ein Telefonat mit der Tochter auf einem Parkplatz in Beverly, mitten in der Landschaft der Nidderdales, hat die Fahrt angenehm über eine 3/4 Stunde verlängert. Wir können von Glück reden, dass wir noch vor der Schließung der Parkplätze dort angekommen sind.
Im Park können wir dem Angebot des National Trust Cafés nicht wiederstehen und vernaschen u.a. Flapjacks. Wir sind uns schnell einig, die besten Flapjacks die wir bisher gegessen haben kamen aus der Flapjackery in Wells. Aber die ist in Wells, nicht hier!
Die Rückfahrt unterbrechen wir an einem ‚Fundstück‘. Auf der Hinfahrt sind wir an einem Wegweiser zur National Trust Sehenswürdigkeit der Birnham Rocks vorbeigefahren und halten jetzt dort mehr oder weniger spontan. Es ist schon später Nachmittag bzw. früher Abend, aber es sind noch einige Fahrzeuge auf dem Parkplatz. Wir erahnen, dass auch hier „der Teufel los war“, denn auch hier gibt es ein Café, Eiskiosk, Spielflächen. Alles lassen wir links liegen und laufen nur ein wenig zwischen den Steinformationen herum.
Kurz vor dem Campingplatz meldet sich plötzlich das Auto mit dem erschreckenden Hinweis „Luftdruck im Reifen vorne rechts prüfen!“. NEIN. Nicht schon wieder. Das hatten wir doch schon letztes Jahr im Oktober und hat letztlich zu einer neuen Falge geführt. Eine sofortige Sichtprüfung bleibt o.B. Auf dem Campingplatz kontrolliere ich sofort den Luftdruck. Aber es ist alle i.O. Himmel, was ist das den jetzt? . . . . Mal sehen, wie es morgen früh aussieht. Vielleicht lernen wir ja wieder eine englische Werkstatt kennen.
