Gotlandmuseum

Stadtmauer

Regenwetter in der Welterbestadt.

Über Nacht hat es sich zugezogen und die Wolken kündigen den hier offensichtlich nicht üppig fallenden Niederschlag an. Wir können draussen frühstücken, es ist noch ausreichend warm, aber bedeckt.

Bevor heute das touristische Programm startet entscheiden wir erst einmal, ob wir noch weiter auf der Insel bleiben wollen und wohin wir uns als nächstes wenden. Der Campingplatz, auf den unsere Wahl fällt, hat auch geöffnet und Plätze frei. Wir reservieren unkompliziert fernmündlich ohne Bezahlung oder Anzahlung. Schweden!

Jetzt wissen wir, wie lange wir noch bleiben wollen und können auch die Fähre buchen. Damit wird diesmal auf Grund der gemachten Erfahrungen nicht weiter zugewartet. Und . . . . Erstaunen. Wir bekommen unsere Wunschfähre zum Wunschtarif, will heißen, die Rückfahrt ist rund 70,– € preiswerter als die Hinfahrt! Das ist eine Menge Geld. Die Abfahrtzeit ist mit 16:50 auch moderat (eine Alternative gibt es nicht). Wir werden um 20:00 in Oskarshamn ankommen und dort auf dem Stellplatz übernachten, den wir auf der Anfahrt erkundet haben.

Nach all den organisatorischen Obliegenheiten starten wir. Der Regen leider auch. Erst ist es nicht so viel. Wir laufen an der Aussenmauer entlang bis zum Südtor. Dann entern wir die Altstadt.

Inzwischen regnet es leider immer kräftiger. Wir entern ein kleines Café, Amalia. Alle Cafés sind im Moment recht beliebt und gut gefühlt, obwohl heute kein Kreuzfahrer im Hafen liegt (so wie gestern). Wir bekommen noch einen Platz im unteren Gewölbe. Ein irres Café. Klein, eng, niedrig, aber der Kuchen ist hervorragend und ziemlich klein.

Irgendwann entscheiden wir uns dann doch für den Regen und wir wissen auch nicht genau wie es passiert ist, tragen uns unsere Füße zur Gotlands Strumpffabrik. Ein Merinoschal hat es Heike angetan und wechselt nach Anprobe, Vergleich und Nachdenken die Besitzerin. Mit Schal im Gepäck hat es immer noch nicht aufgehört zu regnen und wir gehen runter zur Touristeninformation. Dort haben wir den Briefkasten der Altstadt entdeckt. In Deutschland soll sich nochmal jemand in meiner Anwesenheit über zu hohes Porto beschweren. Bei uns kostet eine Briefmarke für eine Karte ins Ausland 1,25 Euro, hier sind es 4,– €! Eine Briefmarke! Kein Fünferpack! Postkarten schreiben ist im Ausland kein billiges Vergnügen, weshalb die meisten Postcrosserkarten offensichtlich aus Deutschland kommen.

Nicht nur weil es draussen regnet bleiben wir im Gotlandmuseum gut drei Stunden. Die Ausstellung über die Bildsteine ist gut, viele originale Artefakte. Ein bisschen mehr Erklärung wäre allerdings super gewesen. Das Zeitfenster 600 bis 1100 AC ist im Zeitraffer dargestellt. Für uns eine tolle „Zusammenfassung“ mit Gotlandbezug. Sehr, sehr vieles ist uns bekannt, auch viele Fund- oder Bezugsorte. Im Museum lernen wir einen Gotland-Reiseführer kennen, herausgebracht vom Museum selber. Der ist gut und wechselt im Museumsshop den Besitzer, es gibt ihn sogar in deutscher Sprache. Am Ausgang treffen wir auf unsere schweizer Campingplatznachbarn. Wir waren offensichtlich gleichzeitig im Museum, sind uns dort aber nicht über die Füße gelaufen.

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen. Es ist wesentlich kühler geworden. Die Regenjacke ist irgendwie nicht genug. Wir haben keine große Lust mehr darauf, weiter herumzulaufen und machen uns auf den Weg zurück zum Campingplatz, allerdings durch Gassen und Straßen, die wir bei Sonnenschein gestern nicht erkundet haben.

 

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