Brighton – Kew Wakehurst Place – London

Pflanzensamenbank des Kew Royal Botanic Garden in Wakehurst Place

Der Abschied fällt uns nicht wirklich schwer.

Wir sind am Ende davon überzeugt. Zwei Tage Brighton hätten auch genügt. Nun. Dank des Regentages waren es netto auch nur zwei Tage. Wir werden wohl nicht ohne besonderen Grund noch einmal nach Brighton kommen. Wir waren neugierig. Die Neugierde ist befriedigt worden. Das reicht.

Zumindest ist das Wetter heute für die Fahrt nach London und den kurzen Stop im Ableger des Kew Royal Botanic Garden, dem Wakehurst Place, ideal. Sonne satt. Und so richtig kalt ist es Gott sei Dank auch nicht. 

Wir lassen uns Zeit und starten erst nach 09:00. Brighton Campsite ist inzwischen vollständig automatisiert. Es ist gar nicht mehr notwendig sich bei der Rezeption abzumelden und Karten oder Schlüssel abzugeben. Man fährt einfach heim! Das ist mir zuviel digital. Auch wenn ich ansonsten nicht müde werde, die mangelnde Digitalisierung zu benennen. Ich verabschiede mich vom Campsite Team an der Rezeption und habe den Eindruck, dass sich die dienstverrichtende Dame darüber auch freut.

Ca. eine Stunde fahren wir bis nach Wakehurst. Als National Trust Mitglieder können wir den Park ohne Eintritt zu bezahlen nutzen, aber wir müssen Parkgebühren bezahlen. Sage und schreibe 8 GBP, fast 10,– € werden dafür hier aufgerufen. Und wären wir noch länger geblieben, wären es 12 GBP geworden! Das Königreich ist teuer geworden!

Heike gefällt es sehr gut hier in diesem Park. Sie möchte bei sich bietender Gelegenheit wiederkommen. Hier gäbe es noch viel zu entdecken. Ich kann den Park heute nicht so würdigen. Der Rücken plagt mich. Ich kann nicht stehen bleiben und habe das Gefühl ständig in Bewegung sein zu müssen. Im Laufen fotografiert es sich aber so schlecht . . . . 

Dennoch bleiben wir nicht so lange, wie wir gerne würden. Noch eine Stunde bis nach London.

Auf dem Campingplatz angekommen, bauen wir zuerst das Auto auf, für die kommende Woche und die kommende Nacht. Wenn wir heute getrennt nach Hause kommen ist es nicht so schön, so spät die Betten noch herrichten zu müssen.

Ich habe heute ein „date“ mit unserer Tochter bei Cadenhead’s zum Tasting. Das letzte Mal hat es mir so gut gefallen, dass ich ihr davon vorgeschwärmt und sie eingeladen habe. Wir fahren gemeinsam von der Wohnung unseres Sohnes dorthin. Nach dem Tasting werde ich von Cadenhead’s aus zurück fahren. Heike wird wahrscheinlich schon im Bett liegen, wenn ich dort ankomme.

Das gute Wetter hält noch auf dem Weg zur Wohnung unseres Sohnes an und auch auf dem Weg nach Cadenhead‘ bleiben wir trocken. Aber danach  . . . . 

Das Tasting ist gut besucht, voll ausgebucht. Leider! Mein erstes bei Cadenhead’s war das ganze Gegenteil. Nur zwei Personen! Dennoch ist es angenehm. Die Whiskys sind auch alle wieder gut. Aber es sind nicht ganz so  viele dabei, die mich „vom Hocker“ reißen. Jana ist von einem 13 jährigen Craigellachie, der in einem Fino Hogshead gereift ist, so begeistert, dass ich ihn für uns erwerbe. Ausserhalb des Tastings kann ich noch einen Duffton probieren, aber er erfüllt nicht meine Erwartungen, die ich auf Grund der Beschreibung hatte.

Wir sind nicht die letzten, die den Laden verlassen, aber fast. Nun haben wir Hunger. Tochter hatte das schon angekündigt, also war ich vorbereitet :o) . Die besten Fish’n Chips Läden der Umgebung hatte ich vorsorglich rausgesucht und auf Google Maps gespeichert (Kundenbewertung bei Google). Wir entscheiden uns für den, der nicht ganz so weit weg ist, The Mayfair Chippy. Ein preisgekrönter Laden. In der Vergangenheit auch mit einem Michelin *, soweit ich die Auszeichungen an der Tür richtig verstanden habe. Die Preise sind auch „preisverdächtig“, aber das Essen ist ohne Fehl und Tadel. Aus meiner Sicht in der Tat die besten Fish’n Chips, die ich bislang gegessen habe. Aber auch die teuersten. Selbst die Chips schmecken! Das ist im UK nicht selbstverständlich, eher die Ausnahme (nicht umsonst schüttet man sich hier Essig auf die Chips -> bösartig!!). Um ins Lokal zu kommen, mussten wir allerdings eine Wartezeit in deiner Schlange vor der Tür im beginnenden Regen in Kauf nehmen. Wir haben es allerdings nicht bereut. Vielleicht hat auch der zuvor genossene leckere schottische Whisky über das englische Regenwetter hinweggetröstet (Todays rain, is tomorrows Whisky!).

Der Programmvorschalg für den angebrochenen Abend nach dem Essen bleibt im Regen stecken. Zu Milroy’s of Soho, unabhängiger Abfüller, Shop und Whiskybar in einem, hätten wir noch gut 15 Minuten durch den inzwischen recht starken Regen waten müssen. Wir haben beide dazu keine Lust und sind ausserdem müde.

Per Elizabeth Line fahren wir zurück. Tochter steigt in Canary Wharf aus, ich fahre weiter bis Abbey Wood. Von der Bahn bis zum Auto und ich bin naß wie eine Katze. Das ist das Unangenehme bei der ganzen Camperei. Es ist nicht so einfach, die vielen nassen Sachen im Auto anständig zu trocken, aber möglich. Allerdings leidet die Gemütlichkeit und Ordnung. Die Luftfeuchtigkeit steigt auch stark an. Aber . . . seufz . . .  was soll’s. Dann hat der Lüfter wieder ordentlich was zu tun. Bis morgen in der Früh wird es wohl wieder gut sein.

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