
03:00 Uhr!! Wie geplant. Das schaffen wir. Aber der Rest des Tages ist dann nicht mehr so toll.
Die gute Nachricht: Wir kommen gut los, schneller und früher als gedacht. Auto abbauen, frisch machen, geht schnell. Es ist dunkel und wir verlassen den Hof so leise wie möglich. Allerdings hat es sich der Onkel nicht nehmen lassen ebenfalls so früh aufzustehen, um uns zu verabschieden. Verrückt, aber lieb.
Wir fahren in den heller werdenden Tag hinein. Es liegt überall Dunst auf den Feldern. Verkehr ist keiner unterwegs. Wie Sonntag oder hoher Feiertag, aber heute ist normaler Montag. Wir sind ja umsichtig geworden ;o) und haben die Fahrtzeit daher mit Puffer geplant. Allerdings verbrauchen wir in nicht und kommen recht früh am Fähranleger an. Am Check In berücksichtigt man uns planmäßig für die 6-Uhr Fähre. Aber die Schauerleute weisen uns noch schnell in die vorherige Fähre, die noch im Hafen liegt und gerade ablegen will. Soll uns nur recht sein, dann kommen wir früher an.
Die Überfahrt dauert nur 45 Minuten. Das Bordrestaurant hat nicht geöffnet, auch der Shop nicht, nur ein Bistro hält für Heike ein Smørebrød bereit. Der Kakao kommt aus dem Vollautomaten!
Die Autofahrt von Rødby nach Helsingør an Kopenhagen vorbei zieht sich wie Kaugummi. Wir geraten in den Berufsverkehr. Is‘ ja klar um diese Uhrzeit. Wir sind auch Trampel. Stau, Stop’n Go, zähfließender Verkehr und alles dazwischen. Wir brauchen fast drei Stunden bis nach Helsingør. Das Schlimmste aber ist, ich bin inzwischen richtig müde. Der morgendliche Kaffee hat an Wirkung verloren. Die Cola fängt es nicht vollständig auf. Ich bin sooo froh, als wir endlich am Anlegen ankommen.
Auch hier haben wir Glück. Wir müssen auf nichts warten, fahren direkt auf’s Schiff und schon legt es ab.

Nach uns kommt nur noch ein LKW an Bord und schon geht es los. Diese Überfahrt dauert noch weniger lange, nur 20 Minuten. Wir versuchen im Auto ein Nickerchen zu machen, klappt auch, hilft über den Berg, ist aber nicht wirklich ausreichend.
Der ursprüngliche Plan für heute war, wir fahren bis Klippan und schauen uns dort die Wolltextil-Produktion der Firma Klippan Yllefabrik AB an. Aber erstens kommt es anders (‚wir bedauern, wir produzieren am Standort nicht!‘) und zweitens als man denkt (der durchaus vorhandene Verkauf öffnet erst um 11:00, wir wären gut eine Stunde früher dort). Auf dem Campingplatz in Klippan wollten wir dann auch übernachten. Aber so . . . . .

Wir beschließen so lange weiter zu fahren, wie wir können, damit die Strecke morgen nach Oskarshamn so kurz wie möglich ist. Die Fähre von Oskarshamn nach Visby auf Gotland wird um 12:05 fahren. Eine gute Zeit, wenn nicht viel Strecke zu bewältigen ist.
In Vaxjö tanken wir für ca. 1,80 €!! Haben aber dennoch keine Lust mehr viel weiter zu fahren. Heike hat per Park4Night einen kleinen Campingplatz in Rottne ausgemacht.

Ein kleines Juwel. Zwar uneben, aber klein, direkt am See und dem Seebad, nicht weit vom verschlafenen Dorfzentrum. Schlüssel für die Schranke und das Sanitärhaus gibt es im Lebensmittelladen des Dorfes. Das war’s für heute.
Nicht wirklich. Wir fahren nicht weiter! Ist klar. Nach einem Nickerchen, Heike ratzt über eine Stunde, ich schaffe vielleicht ein viertel Stündchen, machen wir uns was zu essen und gehen am nahen See und dem Wald spazieren.

Im Wald blühen unendlich viele Maiglöckchen. Es riecht überall danach. Herrlich. Der Ort, der See, der kleine Campingplatz, alles wirkt wahnsinnig verschlafen.


Es fühlt sich hier an wie Sonntag kombiniert mit einem hohen Feiertag. Keiner da, alles still. Stimmt natürlich nicht. Autos parken vor den Häusern, aus einem Garten hören wir Kinderquicken, von irgendwoher ist die für Schweden unvermeidliche Kettensäge zu hören, leise zwar, aber schon so, dass sie sich ins Bewußtsein rückt.
