Dunster Yarn Market – Lynmouth – Minehead Harbour

Reparatur! Wir können nicht fahren!

Die Sonne scheint! Ein Wetterwechselbad! Das kommt ja wie gerufen. Wir wollen uns zuerst den Garn-Markt im nahen Stadtteil Dunster von Minehead in der Sonne ansehen.

Der Garn-Markt ist kein aktiver Markt mehr, sondern ein historisches Gebäude in einer alten Stadt, die immer noch mittelalterliche Strukturen aufweist. Das Gebäude ist klein aber spannend, viel gibt es allerdings nicht her.

Dafür hat der kleine Ort ein putziges Post Office (ich bin ständig auf der Suche nach Postkästen oder Post Offices) . . . 

. . . und richtig gemütlich anmutende Ecken. Leider ist jetzt Anfang März hier kein Touristenandrang. Nicht, dass wir ihn bräuchten. Aber alles, ausser ein paar Cafés und Geschäfte, hat geschlossen. Das Castle ist nur an  Wochenenden geöffnet, die Wassermühle ebenfalls.

Aber die Kirche . . . die Kirche ist geöffnet (und ohne Eintritt frei zu betreten).

Über die Kirche steht nicht viel im Reiseführer, sie ist aber dennoch ein sehenswertes Kleinod mit mittelalterlichem Ursprung. Na, dieses Schicksal teilt sie mit hunderten von Kirchen im Königreich. Vielleicht ist es deshalb nicht näher erwähnenswert??!

In der Kirche bleiben wir recht lange, bis uns zwei junge Frauen, die eine Hochzeit vorbereiten wollen, in unserer Einkehr stören ;o)

Dummerweise haben wir uns bei der Ankunft hier im Ort vertan. Wir sind auf den falschen Parkplatz gefahren und musten Parkgebühren bezahlen. Das man das muss ist im Königreich normal. Es gibt nur wenige Parkplätze, die nichts kosten (spontan kann ich mich an keinen erinnern). Wir hätten allerdings den Parkplatz am Dunster Castle wählen können, obwohl es geschlossen ist, und zu Fuß runter in den Ort laufen können (statt jetzt rauf). Das Castle wird vom National Trust verwaltet und Mitglieder dürfen auf dessen Parkplätzen kostenfrei parken! OK. Beim nächsten Mal.

Danach fahren wir zurück in Richtung Minehead und durch Minehead hindurch zur kleinen Doppelortschaft Lynton (oben auf der Klippe) / Lynmouth (unten am Fuß der Klippe, an der Mündung des Flusses ins Meer). Die Fahrt dauert immerhin fast eine 3/4 Stunde über enge und steile Straßen (25% Steigung / Gefälle). Nicht einfach zu fahren mit Gegenverkehr in der Kurve auf maximal 1 1/2 Fahrspuren.

Küstenansicht mit wilden Ponys

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Der Plan sieht vor, mit der steilen Bahn von unten nach oben und zurück zu fahren. Aber es geht nicht! Die Bahn wird repariert! Kein Rad dreht sich!

Blick auf die Bahn und einen Abschnitt der Hafenpromenade.

Wir laufen statt dessen unten in Lynmouth an der Küste entlang und essen den bislang teuersten und leider auch schlechtesten pasty.

Mit Lynmouth besuchen wir den zweiten Ort im UK, der, ähnlich wie das Ahrtal, durch starke Regenfälle und die herabströmenden Wassermassen eines Flusses nahezu vollkommen zerstört worden ist. Sowohl Boscastle (2004) als auch Lynmouth (1952) sind inzwischen wieder aufgebaut. In beiden Orten wurden Bilder und Videos gezeigt, die den Umfang der Zerstörung beeindruckend und bedrückend dokumentierten. Mit diesen Bildern im Kopf wird auch erklärlich, warum im Ort derart starke Befestigungsanlagen den Mündungsbereich der Flüsse ins Meer flankieren und das Ortsbild dominieren.

In Lynmouth können wir keine Sonne geniessen. Schon bei der Anfahrt verschwand sie vor dem Ort unter einer Wolkendecke. Wir verzichten auf den oberen Ort und machen uns auf den Rückweg. Vieleicht können wir ja noch ein wenig Sonne im Hafen von Minehead genießen.

Die Rückfahrt über die gleiche Strecke ist wieder ein landschaftlicher Leckerbissen. Die gesamte Küste scheint dem National Trust zu gehören. Immer wieder sehen wir dessen Schilder mit den Namen der Abschnitte. In der heideartigen Landschaft grasen viele Pferde. Zäune sehen wir keine. Die Fahrt über ein 25%iges Gefälle ist im Übrigen wesentlich einfacher als umgekehrt.

Angeblich soll hier  an der Küste die zweithöchte Tide in der Welt zu beobachten sein, steht auf einer Tafel in Minehead. Wir sollten das mal recherchieren. Aber eines steht fest. Sie ist sehr hoch. Man kann auch im Hafenbecken herumlaufen!

Langsam kommen aber die Wolken auch hier an. Es ist windig und wir sind keine Engländer. Soll heißen, wir mögen zwar in der Sonne sitzen, aber nicht im windigen Schatten. Also machen wir uns irgendwann auf den Weg. 

Bevor wir auf dem Campingplatz zu Abend essen fahren wir nochmal Lebensmittel einkaufen (viel Vorrat können wir in unserem Camper nicht halten) und tanken. Wir tanken für hiesige Verhältnisse preiswert für 1.409 GBP (ca. 1,62 €).

 

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