Karlshamn – Trelleborg (Schweden) – Ørsted (Dänemark)

Kein guter Tag.

In Karlshamn liegt die Dusche gut 200 m weit entfernt vom Stellplatz. Ist nicht unbedingt verwunderlich, wir stehen am Hafen. Die Fläche gehört zum Hafen und wird von diesem auch gemanagt. Die Duschen sind auch für die Segler gedacht, die hier vorübergehend anlegen. Wohnmobile auf dem Wasser.

Das kleine Servicehaus mit nur zwei Badezimmern incl. Dusche teilen wir uns mit den Skippern im Hafen.

Dumm nur, dass man vom Auto aus nicht sehen kann, ob die Duschen frei sind. Also anstehen. Aber es geht und ist halb so schlimm. Das Wetter ist ausgesprochen gut. Die Sonne scheint schon warm, obwohl es noch vor 08:00 ist. Ärgerlich ist nur, dass sich so eine fette Deutsche einfach vordrängelt. Grrrr. Ärgern macht häßlich.

Heike kauft im Hafen noch geräucherten Fisch für heute Abend und dann geht es auch schon los. Wir haben mal „Auf den Spuren der Wikinger“ recht viele Stätten bereist, die für die Geschichte der sog. Wikinger von Bedeutung gewesen sind. Trelleborg ins Schweden hatten wir seinerzeit ausgelassen und uns auf Dänemark konzentriert. Heute holen wir das Versäumte nach.

Bedauerlicher Weise wird das Wetter immer schlechter. Erst ist es nur Bewölkung. Dann wir daraus immer wieder mal Regen, teilweise heftig. Die Trelleborg in Trelleborg liegt mitten in der Stadt. Wir haben uns einen Stellplatz keine 15 Minuten Fußweg davon am Meer in der Nähe des Fähranlegers ausgesucht und wollen auch über Nacht dort bleiben.

Der Stellplatz sieht allerdings, vielleicht liegt es am Regen, dermaßen traurig aus und liegt trotz Meer dermaßen besch….bescheiden, dass wir uns gegen ihn entscheiden und einfach spontan zu einem 10km entfernten Campingplatz fahren. Wird schon klappen.

Hust, hust. Nein. Klappt nicht. Voll für Wohnmobile jeder Art! Puuuh. So’n Sch. . . ! Meine Laune ist nicht gut. Wir entscheiden uns einfach nach Trelleborg zurück zu fahren und die Trelleborg anzusehen und danach noch einmal neu zu entscheiden.

Die Trelleborg ist die nächste Enttäuschung. So spannend der Fundplatz ist (eine Wikingerburg IN SCHWEDEN!!) und so umstritten die Herkunft und Motivation für den Bau sind (von Harald Blauzahn dem Dänen erbaut oder nicht?) so unspannend ist die Präsentation. Alles ist sehr mysteriös und mythisch aufgezogen, eine Völva tanzt und Donner grollt immer wieder, eine Schlacht um die Burg wird in einem Video dargestellt. Erklärungen finden sich nicht viele. Outside ist ein Viertel der Burg rekonstruiert. Aber ich bezweifle, dass man eine Festung mit außen an die Mauerkrone angelegten schrägen Stämmen befestigt hat. Bequem für den Feind zu erklimmen.

Heike gefällt die Sache auch nicht und wir wollen schnell wieder gehen. Zu früh um hier irgendwo in der Nähe die Nacht zu verbringen, außerdem regnet es immer wieder und sogar richtig heftig. Das drückt die Stimmung weiter. Heike schlägt vor, dass wir heute schon nach Køge in Dänemark fahren. Dort gibt es auch noch eine Wikingerburg, relativ neu, bzw. erst vor relativ kurzer Zeit entdeckt. Darüber hinaus sollen die Wikingerburgen inzwischen Weltkulturerbe und dort im Museum sehr gut aufgearbeitet sein. Wir hoffen drauf und fahren los.

Für die Brückenüberfahrt zahlen wir 520 SEK, bar. Dennoch piept plötzlich der kleine Sender in der Windschutzscheibe. Haben wir jetzt doppelt bezahlt?*

Wieder haben wir uns einen Stellplatz am Hafen in Køge ausgesucht. Die Fahrt dorthin ist regnerisch. Das Wetter, gelinde gesagt Sch . . .! Als wir auf dem Stellplatz ankommen . . . Nein!! So’n Sch . . . Eine Seenlandschaft. Häßliche Umgebung. Abstellplatz für Wohnmobile. Hier bleiben wir nicht!

Wir fahren zu einem Campingplatz in der Umgebung, 20 Minuten Fahrt entfernt. Ein Anruf hat nur einen dänisch sprechenden Anrufbeantworter zum Ergebnis gehabt. Prinzip Hoffnung. Als wir ankommen sehen wir zuerst viele Menschen an einem See. Schnell stellt sich heraus, die Betreiber des Platzes betreiben auch einen Angelteich, einen recht großen sogar. Für 24 Kronen aufwärts kann man buchen, ob man hier zwei oder mehr Stunden maximal einen oder zwei bis zu vier Fischen angeln darf. Ein irres Konzept. Scheint aber anzukommen.

Der Platz ist gegenüber den heute erkundeten Stellplätzen die Wucht. Wir bleiben. Inzwischen ist auch schon fast fünf Uhr. Ich habe keine Lust mehr. Leider kann man hier noch nicht einmal spazieren gehen, nur einmal um den Teich rum.

* Zu Hause bekommen wir einen Kontoauszug von AutoSyn. Nein, wir haben nicht doppelt bezahlt. Warum auch immer das Ding gepiept hat.

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