Anreise nach Edinburgh und Pubs

Ibis Budget in Edinburg

Wenn das so weitergeht, wird die Reise *****

Aus lauter Angst vor den inzwischen standardmäßigen Verspätungen und Ausfällen der Deutschen Bahn wähle ich einen frühen Start, einen zu frühen, wie sich herausstellt. Der Zug hat nur 20 Minuten Verspätung. Ich bin eine Stunde früher am Flughafen als notwendig, selbst unter Berücksichtigung aller Vorsichtszeiten.

Check In, Gepäckaufgabe, Sicherheits- und Paßkontrolle, alles geht sehr schnell und völlig reibungslos, quasi „im Vorübergehen“. Bei der Gepäckaufgabe hat es mit der Automatik nicht auf Anhieb funktioniert, aber auch das war im Prinzip fast nicht der Rede wert. Es tritt Langeweile ein.

Ich höre Hörbuch (Die Retter der Zeit), schaue aus dem Fenster und checke online schon mal im Hotel ein. Dann kaufe ich online ein Busticket, weil der Reiseleiter per WhatsApp dazu aufgefordert hat. Kaum habe ich das getan, wird mir klar: Das war ein Fehler! Ich muss auf dem Rückweg nicht zum Glasgow Airport! Ich fliege doch wieder von Edinburgh Airport zurück. Sch….. Na ja. Der Schaden hält sich in Grenzen, 2 GBP.

Der Flug verspätet sich. Die Begründung: Die Bordcrew hat sich verspätet! Hmmm. Haben sie verschlafen? Kommen sie zu spät zur Arbeit? Erst der Kapitän des Fluges klärt uns auf. Die Crew ist schon den ganzen Tag unterwegs, war schon in Edinburgh und kommt jetzt aus Dublin. Dieser Flug ist etwas zu spät und dann addieren sich auch kleine Zeiten rasch zu einer halben Stunde verspäteten Abflug.

Ich komme als Erster in Edinburgh an. Verabredet ist, dass ich auf die restliche Gruppe, die aus Amsterdam kommt, warte. Ich warte aber am „falschen Ende“ des kleinen Flughafens. Sie landen nicht International Arrivals 1 sondern 2. Aber es gibt ja WhatsApp.

Die ansonsten nur 2,40 GBP teure Straßenbahn kostet an der Haltestelle Airport sage und schreibe 7,80, mehr als drei Mal so viel. Man nimmt was man kann! Das Ibis Budget Hotel ist nur drei Haltestellen entfernt. Zwei Nächte für 294 GBP! Das ist kein Schnapper.

Um 16:00 kommt das Taxi und bringt uns zum Edinburgh Pub Crawl. Start in der Port of Leith Distillery im Ortsteil Leith, direkt neben der königlichen Yacht und ganz in der Nähe des Hotels, in dem Heike und ich 2013 ein paar Tage übernachtet haben. Leider ist die Destille geschlossen (um diese Uhrzeit kein Wunder). Die Aussicht aus der Bar und die Bar selber sind *****. Es gibt hier im Prinzip nur Tropfen, die es an anderer Stelle nicht gibt. Wir beginnen mit einem „Table Whisky“ und danach genieße ich einen Glen Glova. 7,90 GBP für einen Dram. Da kann man nicht viel sagen. Ich habe heute noch nichts (wirklich NICHTS!) gegessen und muss daher in der Bar erst einmal ein Süppchen zu mir nehmen, damit wenigstens etwas im Magen ist.

Mit der Straßenbahn fahren wir anschließend zum Nauticus. Und von dort geht es zu Fuß zu einer Bar mit dem Namen Lost in Leith, gehört zur oben genannten Destille, muss aber aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden. Alles was nicht mitten in Edinburgh ist, hat unter Corona extrem gelitten und das ist halt eine der spürbaren Konsequenzen. Auf dem Weg zum Ziel führt uns unser Reiseleiter durch Leith und die Whiskygeschichte dieses Ortes.

Das Lagerhaus dubioser Whiskyhändler und Spekulanten. Gebr. Pattison.
Lost in Leith – Foto eines Mitreisenden

Alle haben inzwischen Hunger. Wir dürfen uns in der Pizza nebenan etwas bestellen und im Pub vertilgen, da in der Bar nichts angeboten wird. Ich habe eine Haggis-Pizza mit Black Pudding gewählt. Eigentlich ganz schön pervers, ein italienisches mit einem schottischen Gericht zu kombinieren, aber es schmeckt hervorragend. Danach geht es mir besser und ich bin zu neuen Schandtaten bereit.

Jetzt kommt der Höhepunkt des Tages (und sicherlich ein Höhepunkt der Reise): Wir besuchen The Vaults. Das headquarter der SMWS und eine Memberbar. Einlaß nur für Mitglieder. Unser Reiseleiter ist Mitglied.

The Vaults
Foto eines Mitreisenden

Ein Mitglied darf max. drei Gäste mitbringen. Wie er das hinbekommen hat, dass er uns alle mitnehmen darf . . . . . . . ?? Das Vaults ist ein echt engl. Club in einem 1682 gebauten Gebäude. Man muss klingeln. Jemand kommt und fragt nach dem Begehr. Elegant wird man darauf hingewiesen, dass man den Mitgliedausweis scannen muss (Kontrolle: Sind Sie Mitglied?). Die Räumlichkeiten sind so, wie ich mir immer einen engl. Club vorgestellt habe. Dicke Ledergarnituren, gedämpfte Atmosphäre, ausreichend Personal im Livree, zurückhaltende Beleuchtung, gediegene Wanddeckoration und Verkleidung und . . . jede Menge Whiskys. Das Personal verhält sich wie ich so engl. Butler im Film wahrgenommen habe. Elegant, aufmerksam, zugewandt, ein kleines Gespräch, eine freundliche Frage nach dem Befinden . . . .

aus dem Web-Auftritt der SMWS

Wir probieren acht verschiedene Whiskys, je einen aus den Aromakategorien der SMWS. Die Bedienung stellt uns sogar die Flaschen an den Tisch, so dass wir die Tasting Notes darauf jederzeit noch einmal lesen und diskutieren können, ob wir das schmecken was das tasting panel gerochen und geschmeckt hat. Ein gelungener Abend, aber irgendwann schauen alle müde aus der Wäsche und wir machen uns auf den Weg in Richtung Bett.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert